Nicht zu Geburtstagen, sondern an Namenstagen beschenkten die Habsburger früher ihre Liebsten. Kaiserin Maria Theresia überraschte ihren „Mäusl“ mit einem Blumenstrauß, der aus 3000 Edelsteinen besteht.
Sie liebte ihn sehr und zeigte es ihm auch bei jeder Gelegenheit. Im öffentlichen Leben mochten Maria Theresia und Franz Stephan die Herrscherin der österreichischen Erblande und der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sein, doch privat waren sie „Mitz“ und „Mäusl“. Mehr als zwanzig Jahre nach der Hochzeit war „Mitz“ noch immer so verliebt in ihren Ehemann, dass sie sich ein besonderes Geschenk für „Mäusls“ Namenstag ausdachte.
Als „kleine“ Überraschung gab Maria Theresia beim Wiener Juwelier Michael Grosser einen besonderen Blumenstrauß in Auftrag – dieser sollte die Leidenschaft ihres Mannes für Kristalle jeder Art widerspiegeln.
Herausgekommen ist ein einzigartiges Kunstwerk: Aus 2102 Brillanten und 761 farbigen Edel- und Schmucksteinen fertigte der Juwelier in jahrelanger Arbeit den berühmten Edelsteinstrauß. Unzählige filigrane Blüten und Insekten aus Brillanten und Edelsteinen setzte er zwischen Blätter aus grüner Seide. Knapp drei Kilogramm schwer und 50 cm hoch ist der Strauß; jede einzelne der glitzernden Blüten ist ein Kunstwerk.
Warum Marie Theresia dem Ehemann solch ein kostbares Geschenk zum Namenstag und nicht zum Geburtstag überreichte? Ganz einfach: Anders als heute feierte man bis ins 18. Jahrhundert aus religiösen Gründen Namenstage wesentlich festlicher als Geburtstage. Der Tag, der dem Namenspatron gewidmet war, war damals bedeutender als der Tag, an dem man einst geboren wurde.

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