Nach Hamas und Hisbollah ist der Krieg dort angekommen, wo er ursprünglich seinen Ausgang genommen hatte: bei den Ober-Paten des Terrors in Teheran. Sie waren gezwungen zu wählen zwischen Gesichtsverlust und Flucht nach vorn – auch auf die Gefahr des Selbstmords.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Netanyahu das iranische Regime dort haben wollte, wo es jetzt angekommen ist: am Abgrund. Denn die Tyrannen von Teheran wissen, dass sie das Volk nicht hinter sich haben.
Die Demütigung durch Israels Kriegslist mit 2700 Sprengstoff-Handys sowie 80 Tonnen Bomben auf den Nasrallah-Bunker konnte das Mullah-Regime nicht mehr so einfach wegstecken. Die Glaubensbrüder im Libanon waren/sind das Kronjuwel des Irans als schiitische Vormacht im Nahen Osten.
Hintergrund ist das Religions-Labyrinth des libanesischen Staates. Vor dem Bürgerkrieg 1975-90 waren die Christen die 53-Prozent-Mehrheit und die Schiiten die unterste Gesellschaftsschicht. Im Bürgerkrieg verloren die Christen ihre Vormacht. Heute sind die Schiiten mit ihrer hohen Geburtenrate der Machtfaktor im Libanon und der charismatische Nasrallah war ihr Schutzherr.
Netanyahu kann Krieg, kann er auch Frieden? Die Kriegsspirale in Nahost hat eine Vorgeschichte: Israels Politik. Die steht auf einem anderen Blatt und soll dann behandelt werden, wenn sie nicht mehr als Ausrede für Terror missbraucht wird.
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