In einem ohnehin ertragsärmeren Erdäpfeljahr höhlt Schädling nun viele landwirtschaftliche Existenzen aus. Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayr betont die Wichtigkeit, rasch Bewässerungsanlagen zu bauen und dass man endlich wieder ein wirksames Pflanzenschutzmittel brauche.
Die Erdäpfelernte ist in vollem Gange. Aber schon jetzt zeigt sich, dass viele Knollen durch den Drahtwurm stark beschädigt wurden. Zudem gibt es heuer wegen Hitze weniger Knollenansätze. Gefolgt von langen Trockenphasen, rechnete man ohnehin schon mit geringeren Erträgen. Nun weiß man, dass viele Speiseerdäpfel so schwer geschädigt, dass sie nicht einmal mehr als Stärkekartoffel verarbeitet werden können. Die Konsequenz und letzte Verwertung: die Biogasanlage.
Mayr: „Bewässerungen dringend ausbauen“
„Bei einem derartigen Schadensausmaß sind gerade einmal die Transportkosten gedeckt. Auf dem Saatgut, der Feldkulturpflege übers Jahr und der Einbringung der Ernte bleiben die Landwirte sitzen“, betont Lorenz Mayr, Vizepräsident der NÖ Landwirtschaftskammer.
Hinzu komme auch noch ein massiver personeller Mehraufwand, um die wenigen heil gebliebenen Erdäpfel von schadhaften zu trennen: „Das kann nur ein Minus sein“, so Mayr. Er beruft sich auf eine Studie, die zeige, dass Trockenheit und Hitze den Wurmbefall deutlich verstärken: „Deshalb benötigen wir dringend einen Bewässerungsausbau!“ Auch von der EU verbotene Pflanzenschutzmittel würden im Nahrungsmittelkampf fehlen.
So sei das Risiko, die Ernte an den Drahtwurm zu verlieren und die damit verbundenen finanziellen Verluste seien für die Landwirte zu groß geworden, betont der Vizepräsident, der von immer mehr Landwirten berichtet, die den Erdäpfelanbau aufgeben.
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