Nach der 2:0-Sensation bei Rapid ist Hartberg in der Meistergruppe der Bundesliga wieder in der internationalen „Verlosung“ dabei. Kapitän Jürgen Heil kennt die Szenarien, spricht aber auch über Eishockey und seine Zukunftspläne.
Hartbergs Mittwoch-Trip nach Hütteldorf war eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle: Einerseits brachte das supereffiziente 2:0 gegen Rapid wieder Hoffnung im Kampf um die internationalen Tickets, anderseits bringt der angekündigte Abschied von Trainer Schmid neue Fragezeichen für die Zukunft!
Die Hartberg-Spitze (Korherr, Annerl) war gestern auf „Tauchstation“ wie Trainer Schmid (der um 9.30 Uhr normal das Training geleitet hat) – Kapitän Jürgen Heil, der mit einem Zaubertor die Sensation in Wien eingeleitet hatte, aber stellte sich den Fragen der Krone:
Der Trainer: „Manfred Schmid hat uns gesagt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird, was absehbar war, weil lange keine Entscheidung gefallen ist. Er will aber bis Vertragsende das Maximum mit uns rausholen. Dazu war in Wien der Startschuss. Wir Spieler haben eine unglaublich gute Gemeinschaft mit dem Trainer, haben deshalb auch für ihn gespielt.“
Internationale Chancen: „Wir sind in der Verlosung dabei! Ob Platz vier oder fünf fürs Europa League-Play-off reicht, entscheidet sich im Cup-Finale.“ Gewinnt LASK, dann spielt der Siebente gegen den Achten und der Sieger daraus gegen den Fünften. Gewinnt Altach, spielt der Siebente gegen den Fünften und der Sieger gegen den Vierten.
Träume: „Gut wär’s, wenn wir Sonntag daheim den LASK schlagen, weil nach oben hin noch mehr drinnen ist, denn die Liga ist wirklich brutal eng.“ Unberechenbarkeit soll helfen: „Wir haben in Wien erstmals mit vier Mann hinten gespielt. Es ist gut, wenn Neues auch funktioniert, weil wir im Ligafinish überraschen können.“
Das Eishockey-Finale hat Mittwoch das Live-Studium des LASK gegen Sturm verhindert: „Wir sind brutale 99ers-Fans und total glücklich, dass die den Titel geholt haben! Unsere Fahrgemeinschaft Spendlhofer, Kainz, Maric, Komposch, Bratschko und ich haben ein Play-off-Abo gehabt, haben die Eishackler im Bunker persönlich kennenlernen dürfen. Ich hab besonders Korbinian Holzer die Daumen gedrückt. Er ist ein richtig geiler Typ, der zweimal bei uns in Hartberg zuschauen war. Es hat sich eine Freundschaft entwickelt. Man kann richtig viel lernen von ihm. Auch wenn er in der NHL so viel gesehen hat, hat man ihm die Freude angemerkt. Er ist einer, der immer alles gibt, das taugt mir. Leider spielen wir Sonntag gegen LASK, verpassen die Meisterfeier in Graz. Aber vielleicht lädt uns ja Herbert Jerich zur After-Show ein.“
Persönliche Zukunft: „Ich würde gar nichts ausschießen, aber ich spiele mit dem Gedanken, mich zu verändern. Mein Vertrag läuft aus, und ich werde noch zuwarten, wer sich für mich interessiert. Die Insel wäre ein Traum, aber dorthin zu kommen, da gehört viel dazu.“ In Österreich ist die Frage, welcher größere Klub auf einen älteren Spieler bauen würde: „Wobei jeder weiß, was er an mir hat, weil ich immer mein letztes Hemd gebe.“
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