Auch Schulkinder

Anschlagserie in Damaskus fordert über 70 Todesopfer

Ausland
21.02.2013 20:25
Eine Serie von Anschlägen mit mehr als 70 Toten hat am Donnerstag die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert. Vor Einrichtungen des Sicherheitsapparates und der Regierungspartei detonierten kurz hintereinander drei Autobomben. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter seien die meisten Todesopfer Zivilisten, zudem habe es Hunderte von Verletzten gegeben.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Die Nationale Syrische Koalition, das größte Oppositionsbündnis, nannte die Urheber der Attacken "Terroristen". Alle Aktionen, die gegen Zivilisten gerichtet seien oder die Menschenrechte verletzten, seien kriminelle Handlungen und müssten verurteilt werden - egal wer die Täter seien oder womit die Taten begründet würden.

Auch Schulkinder unter den Opfern
Allein durch die Explosion einer Bombe an einer Straßensperre vor dem Gebäude der Baath-Partei im Innenstadtviertel Al-Masraa starben nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter 59 Menschen. Unter den Opfern seien Schulkinder und 16 Angehörige der Sicherheitskräfte, hieß es. Der Sprengsatz, der in der Umgebung mehrere Autos in Brand setzte, wurde wahrscheinlich von einem Selbstmordattentäter gezündet. Mehrere Menschen wurden durch die heftige Explosion durch die Luft geschleudert und in Stücke gerissen.

Zwei weitere Autobomben detonierten neben einer Polizeiwache im Stadtteil Birsa. Nach Informationen der Aktivisten kamen hier mindestens 13 Menschen ums Leben, darunter zehn Soldaten. Etliche Bewohner von Birsa hätten das Viertel demnach aus Angst vor weiteren Bomben verlassen. Ohne die Opfer der Anschläge zählten die Regimegegner am Donnerstag landesweit rund 100 Tote. Nach UNO-Schätzungen sind in dem blutigen Konflikt insgesamt bereits mindestens 70.000 Menschen ums Leben gekommen.

Israelische Drohne abgeschossen?
Keine Bestätigung gab es indes für Medienberichte, wonach die syrische Luftabwehr eine israelische Drohne abgeschossen habe. Das unbemannte Aufklärungsflugzeug soll nach Angaben arabischer Medien an der Grenze zum Libanon unter Beschuss geraten sein. Israel ist über den möglichen Transport hochmoderner Waffen aus Syrien zur Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon besorgt. Es gilt deshalb als wahrscheinlich, dass israelische Aufklärungsdrohnen zum Einsatz kommen.

Oppositionelle erklärten sich unterdessen dazu bereit, unter der Schirmherrschaft der USA und Russlands über ein Ende des Bürgerkrieges zu verhandeln. Staatschef Bashar al-Assad könne aber unter keinen Umständen Teil einer Friedenslösung sein, hieß es in einem Entwurf für eine Erklärung eines Treffens in Kairo. Allerdings wird dem Entwurf zufolge nicht mehr direkt ein Rückzug Assads als Voraussetzung für Verhandlungen gefordert. Assad, die Streitkräfte und der Sicherheitsapparat müssten vielmehr für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, hieß es.

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