Die Ermordung von sechs Geiseln in einem Hamas-Tunnel, als die Armee auftauchte, hat die bislang größten Proteste in Israel gegen den Kriegskurs der Regierung ausgelöst: 500.000 auf der Straße und ein Generalstreik.
Netanyahu lässt diesen Widerstand an der Heimatfront kalt abtropfen und siegt, Pardon: verteidigt, an allen Fronten. Die Hamas ist nur noch ein Schatten alter Macht und Gaza ein Trümmerfeld.
Währenddessen wird deutlich, dass der Premier die Verhandlungen zur Geiselfreilassung in die Länge zieht. Er kann auch gar nicht anders: Die beiden Siedler-Faschisten in seiner Koalition würden jeden Kompromiss und damit auch die Regierung platzen lassen. Dann wäre Netanyahu weg vom Fenster.
Was für eine bizarre Situation! Israel ist seinen Feinden haushoch überlegen und im Inneren schwach wie nie. Das wiederum reizt seine Feinde, nicht einzulenken. Dieser Teufelskreis kann noch fatale Folgen haben. Es wird nicht gelingen, die Bedrohung Israels ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. In dieser Weltgegend können Gefahren bestenfalls gemanagt werden. Israel kann seine Feinde nur in Schach halten.
Das Gebot der Stunde muss sein, Maß zu halten und den Bogen nicht zu überspannen. Auch der Stärkste ist nicht allmächtig. Das müsste den Kraftmeiern in Israel seit dem Schicksal des Riesen Goliath geläufig sein.
Israel darf nicht Goliath werden!
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