Der Markt für Spielkonsolen ist in den vergangenen Jahren deutlich härter geworden. Browserspiele und vor allem Gelegenheitsspiele auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets machen dem einstigen Kerngeschäft der Branche schwer zu schaffen. Erhebungen des US-Marktforschungsinstituts NPD Group zufolge stieg der Wert von per Download bezogenen PC-Spielen im vergangenen Jahr zum Beispiel um 16 Prozent an, der Wert der verkauften traditionellen Titel für Konsolen ging dagegen um 21 Prozent zurück.
Selbst die traditionellen Hardcore-Spieler, die regelmäßig neue Spiele gekauft haben, gehen dazu über, mehr und mehr auf mobilen Geräten zu spielen. "Sony und Nintendo weigern sich zu akzeptieren, dass sie nicht mehr so einen Markt haben wie vor 20 Jahren", sagte Michael Pachter, Analyst bei Investment-Firma Wedbush Securities in Los Angeles.
Nintendo hatte im vergangenen Oktober als erster der großen drei Konsolenhersteller seine neue Wii U auf den Markt gebracht und damit den Start der nächsten Generation der Geräte eingeläutet. Das dazugehörige Gamepad lässt sich als Steuerung sowie als zweiter Bildschirm nutzen. Zumindest in Sachen Umsatz verlief der Start der Konsole für Nintendo zufriedenstellend, auch wenn der Absatz der Geräte zunächst geringer ausfiel als beim Vorgängermodell.
Wichtig dürfte bei den neuen Konsolen vor allem sein, wie die Konzerne dem Interesse der Nutzer entgegenkommen, Spiele auch mobil zu spielen. Sony werde seine Erfahrungen im Konsolengeschäft künftig auch auf Smartphones übertragen, kündigte Sony-Chef Kazuo Hirai laut Bloomberg an. Mit der PSP hat der Konzern seit Jahren auch eine mobile Konsole im Programm. Auch die Online-Angebote an Filmen und Musik, die die Spielgeräte zu Unterhaltungszentralen machen, dürfte für den Erfolg von Bedeutung sein.
Bild von Controller-Prototyp aufgetaucht
Unterdessen brodelt die Gerüchteküche darüber, mit welchen Features und Entwicklungen die Konzerne ihre Stammkunden überzeugen und neue Kunden gewinnen wollen. Das Spiele-Portal "Destructoid" veröffentlichte das Bild eines Controller-Prototyps für die nächste PlayStation. Demnach besitzt das neue Steuergerät neben einer integrierten Move-Funktionalität möglicherweise auch ein kleines Touchpad.
Microsoft unter Zugzwang
Noch ungewiss ist, wann Microsoft einen Nachfolger seiner Xbox 360 präsentieren wird. Branchenbeobachter vermuten aber, dass der Softwarekonzern seinem Rivalen nicht allzu viel Vorsprung einräumen dürfte. Bis die neuen Geräte tatsächlich auf den Markt kommen, wird es voraussichtlich aber noch bis Ende des Jahres dauern.
Microsoft wird den Nachfolger der Xbox 360 vermutlich mit einer deutlich verbesserten Spracherkennung ausstatten, die ähnlich intelligent wie Apples Siri funktionieren soll. So soll sich die Konsole künftig auch per Sprachbefehl ein- und ausschalten lassen, berichteten US-Medien übereinstimmend vor rund einer Woche. Auch Fragen wie "Was spielen meine Freunde am liebsten?" soll die Konsole beantworten können.
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