Nach dem vereitelten „Swift-Terrorplan“ wollte die „Krone“ wissen, wie das (Un-)Sicherheitsgefühl im Land aktuell ist. Große Zustimmung gibt es – außer bei den Jungen – auch für die digitale Überwachung.
Terrorgefahr; welche Gefahr überhaupt?“ – Das fragen viele führende Sicherheitsexperten, wenn sie wieder einmal händeringend versuchen, die aktuelle Verängstigung im Land zu kalmieren. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen leidet augenscheinlich. Das beweisen mitunter die aktuellen Zahlen einer Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse im Auftrag der „Krone“:
1) Das allgemeine Sicherheitsgefühl in Österreich zeigt sich gespalten. Während insgesamt 50 Prozent der 1250 Befragten ihr Sicherheitsgefühl als „hoch“ oder „sehr hoch“ einstufen, ist bemerkenswert, dass nur 18 Prozent der Bevölkerung ihr Sicherheitsgefühl als „niedrig“ oder „sehr niedrig“ bewerten. Ein genauerer Blick zeigt: Frauen fühlen sich unsicherer als Männer.
Jüngere haben mehr Angst
2) Die Sorge vor Terroranschlägen ist in der Bevölkerung nach wie vor präsent. Insgesamt sind 61 Prozent der Befragten „besorgt“ oder „sehr besorgt“ über die Bedrohungslage. Besonders hoch ist die Angst unter jüngeren Befragten, speziell bei den unter 30-Jährigen, von denen 27 Prozent angaben, sehr besorgt zu sein. Im Vergleich dazu ist die Sorge bei den über 50-Jährigen etwas geringer ausgeprägt. Hier gaben nur etwa 14 Prozent an, sehr besorgt zu sein.
3) Eine zentrale Frage betraf auch die Einstellung zur Überwachung elektronischer Kommunikation durch den Staat zur Terrorabwehr. Hier zeigt sich eine weitgehende Zustimmung: 63 Prozent der Befragten sind entweder vollständig oder eher für solche Maßnahmen. Besonders stark ist die Zustimmung bei der älteren Bevölkerung, während die jüngeren Befragten unter 30 Jahren deutlich skeptischer sind.
Die Umfrageergebnisse spiegeln die komplexe Sicherheitslage im Land wider. Staatliche Überwachung sehen viele auch kritisch.
Christoph Haselmayer, Leiter Institut für Demoskopie und Datenanalyse
4) Die nackten Zahlen zeigen zudem eine geteilte Meinung der Befragten zur Frage, ob Geheimdienste und Ermittlungsbehörden vom Justizministerium ausreichend rechtliche Mittel erhalten haben, um effektiv gegen Terrorismus vorzugehen. Nur acht Prozent empfinden die vorhandenen Möglichkeiten als völlig ausreichend, während 30 Prozent diese als unzureichend bewerten und 17 Prozent die bestehenden Einschränkungen als zu groß empfinden. Dies deutet auf eine verbreitete Skepsis hin, ob die aktuellen Maßnahmen zur Terrorabwehr wirklich ausreichen. Besonders in ländlichen Gebieten wird der Bedarf an strengeren Regeln hervorgehoben.
5) Das Vertrauen in die heimischen Geheimdienste und Ermittlungsbehörden ist eher moderat. Nur 25 Prozent der Befragten haben ein „hohes“ oder „sehr hohes“ Vertrauen in diese Institutionen, während die Mehrheit von 45 Prozent ein mittleres Vertrauen angibt. Wenn es um effektive Maßnahmen zur Terrorbekämpfung geht, spricht sich die überwältigende Mehrheit der Befragten (82 Prozent) für internationale Zusammenarbeit und Informationsaustausch aus. Dies unterstreicht das Bewusstsein der Bevölkerung für die globale Dimension des Terrorismus.
6) Die Bereitschaft, persönliche Freiheitsrechte zugunsten von mehr Sicherheit einzuschränken, ist übrigens in der Bevölkerung vorhanden, aber keineswegs unumstritten. Rund 39 Prozent der Befragten sind entweder vollständig oder eher bereit, solche Einschränkungen hinzunehmen. Gleichzeitig gibt es jedoch auch einen erheblichen Anteil von 33 Prozent, der solche Einschränkungen eher oder vollständig ablehnt ...
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