Spenden sprudeln
Wer mit Kamala Harris ins Rennen gehen könnte
Nachdem Präsident Joe Biden als Präsidentschaftskandidat abgedankt hatte, gab er seiner Vizepräsidentin den Segen, an seiner Stelle gegen Donald Trump ins Feld zu ziehen. Die Aussichten für Kamala Harris stehen gut, bei der Vollversammlung der Demokraten in vier Wochen als Präsidentschaftskandidatin bestätigt zu werden.
Nicht nur hat sie als einzige legalen Zugriff auf die bisher eingezahlten Wahlspenden, innerhalb von sieben Stunden sprudelten Sonntag über 50 Millionen US-Dollar (rund 46 Mio. Euro) an Spenden in ihre Wahlkampfkasse.
Hinzu kam, dass die als ihre größten Rivalen geltenden Gouverneure Gavin Newsom (Kalifornien) und Josh Shapiro (Pennsylvania) ihre Unterstützung signalisierten, anstatt selbst ihren Hut in den Ring zu werfen. Das macht beide zu Favoriten, von Harris als potenzieller Vizepräsident ausgewählt zu werden. Doch es gibt auch noch fünf weitere Demokraten, denen gute Chancen auf den Posten eingeräumt werden.
Roy Cooper: Der als politisch gemäßigt geltende Gouverneur von North Carolina hat bewiesen, dass er auch in einem republikanischen Bundesstaat erfolgreich sein kann. Der 67-Jährige ist ein langjähriger Bekannter von Harris, was er auch in einem X-Posting noch einmal hervorhob: „Ich kenne die Vizepräsidentin noch aus unseren gemeinsamen Tagen als Bezirksstaatsanwälte. Sie bringt alles mit, um Donald Trump zu besiegen und unser Land mit Bedacht und Integrität zu führen.“
Was gegen ihn spricht: North Carolina gilt nicht als wichtiger Swing State und Coopers Name ist bei der US-Bevölkerung am wenigsten bekannt.
Mark Kelly: Der ehemalige Astronaut schaffte es 2020, die republikanische Amtsinhaberin um einen Senatsposten in Arizona zu schlagen. Der 60-Jährige gilt als gemäßigt und unabhängig. In der Vergangenheit brach er öfter mit der Biden-Regierung, unter anderen in puncto Grenzsicherung. Genau das könnte sein Trumpf im Rennen als Vize sein, da Einwanderung als die große Schwachstelle der ehemaligen „Grenz-Zarin“ Harris gilt.
Gegen ihn spricht: Wenn er seinen Senatorposten aufgibt, wird dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück an die Republikaner gehen – was deren Chancen auf eine Mehrheit drastisch erhöht.
Pete Buttigieg: Mit 42 gehört er zur nächsten Generation der Demokraten. Der aktuelle Verkehrsminister ist es gewohnt, in politischen Krisen einen kühlen Kopf zu bewahren. So stand er nach dem Zugunglück 2023 in East Palestine und wegen einer Reihe von Flugabsagen 2022 im Kreuzfeuer der Kritik – was er aber durch seine Eloquenz gut meistern konnte.
Was gegen ihn spricht: Für konservative Amerikaner ist „Mayor Pete“ – er war lange Bürgermeister in einer Kleinstadt in Indiana – ein rotes Tuch, weil er offen mit einem Mann verheiratet ist.
Gretchen Whitmer: Die 52-Jährige ist seit 2019 erfolgreiche Gouverneurin von Michigan. Bei ihrer Wiederwahl 2022 fokussierte sie sich auf das Thema Abtreibungsrechte, eine Strategie, womit die Demokraten im Staat die absolute Mehrheit gewannen. Hinzu kommt, dass Harris im November unbedingt Michigan gewinnen muss, um überhaupt eine Siegeschance gegen Trump zu haben.
Was gegen sie spricht: Mit gleich zwei Frauen anzutreten, könnte politisch unabhängige Männer in den Swing States abschrecken.
Andy Beshear: Der Gouverneur von Kentucky brachte das Kunststück fertig, in einem der republikanischsten Bundesstaaten gleich zweimal gewählt zu werden. Und das, ohne seine sozialliberalen Werte zu verraten. Der 46-Jährige tritt offen für den Schutz von Abtreibungsrechten und für Transgender-Rechte ein.
Was gegen ihn spricht: Sein Bundesstaat ist für die Wahlstrategie der Demokraten völlig irrelevant, weil er seit 2000 nur für republikanische Präsidentschaftskandidaten votiert.













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