Es ist Joe Biden offenbar sehr schwergefallen, einzusehen, dass er seinen Traum, Donald Trump noch ein zweites Mal zu schlagen, nicht verwirklichen wird können. Seine eigene Gebrechlichkeit, die Schwäche einzugestehen, ist für niemanden leicht. Wie schwer muss das erst dem mächtigsten Mann der Welt fallen.
Biden war bis zuletzt überzeugt, es schaffen zu können. Schließlich hat er, stets verunglimpft als „sleepy Joe“, Trump schon ein Mal geschlagen. Auch damals war Biden als der viel Schwächere erschienen. Es war Corona-Zeit. Biden verließ sein Haus nicht, während Trump den starken Mann gab und durch das Land tourte. Trotzdem besiegte ihn Biden.
Auch seine Aussetzer, sein Stottern – all das kennt Biden an sich seit seiner Kindheit. Er hatte es sich über Jahre mühsam weitgehend abtrainiert. Aber nie ganz unter Kontrolle bekommen. Trotzdem wurde er der jüngste Senator der USA, Vize-Präsident und dann Präsident.
An all das ist Biden jetzt sicher häufig im Kopf herumgegangen. Und er war überzeugt, dass es diesmal genauso laufen würde. Hat er doch schon so viele Hindernisse und Schicksalsschläge überwunden.
Aber dann ist der Druck zu groß geworden, auf den mächtigsten Mann der Welt. Sogar sein Freund Obama riet ihm zum Rückzug. Und dann hat wohl die Familie den Ausschlag gegeben. Man sollte den Hut ziehen, vor dem Herren im Weißen Haus.
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