Laut darüber nachgedacht hatte er schon öfter. Mit dem Zeitpunkt hat er aber überrascht. Gerald Martens hat als Präsident des Österreichischen Basketball-Verbandes hingeschmissen. Kein Zufall, dass dies nur wenige Wochen nach dem verpassten Olympia-Ticket für das 3x3-Team passiert. Doch jetzt liegen im Verband einige Baustellen offen. Und die Klubs sind gespalten.
„Wir hatten als Großziel das Erreichen der Olympischen Spiele mit dem 3x3-Team, das haben wir nicht geschafft“, gibt Martens ganz offen zu. In seiner fünfjährigen Amtszeit war der Unternehmer oft dafür kritisiert worden, das „klassische“ Basketball zu vernachlässigen.
„Grundsätzlich war es positiv, 3x3 gerade am Anfang zu probieren, wenn diese Sportart neu ist“, so Klosterneuburgs Obmann Werner Sallomon, „was mir aber nicht gefiel, war, dass man gegenüber Liga ein wenig nachlässig war.“
St. Pöltens Manager Stefan Worenz schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Medial wurde gut gearbeitet, 3x3 brachte den Vereinen Zuwachs im Nachwuchs. Wir als Klubs freuen uns aber auch, wenn der Fokus auf dem klassischem 5 gegen 5 liegt.“
„Ich war nie großer Kritiker von 3x3, hielt auch die Eingliederung der Liga in dem Verband sinnvoll“, so Traiskirchens Geschäftsführer Paul Handler, „es ist viel Positives passiert in letzten Jahren, auch während Corona, da hat sich Martens immer eingesetzt.“
Der scheidende Präsident muss sich aber auch den Vorwurf gefallen lassen, keinen Nachfolger „aufgebaut“ zu haben: Weil Martens mit drei seiner Gefolgen zurücktrat, ist eine Neuwahl des gesamten Vorstands nötig. Interimistisch übernimmt OÖ-Basketball-Präsident Karl Winkler. Für mehr steht der 69-Jährige aber nicht zur Verfügung. Diese Woche soll noch eine Sitzung steigen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.