Sa, 22. September 2018

Neue Tabakrichtlinie

13.12.2012 10:33

EU-Plan: Zigaretten einheitlich und ohne Geschmack

Die EU-Kommission macht nun Dampf: Laut eines der deutschen Tageszeitung "Bild" vorliegenden Berichts aus Brüssel soll nun möglichst rasch die schon seit Langem geplante strengere Tabakrichtlinie erlassen werden. Diese sieht unter anderem Einheitszigaretten und ein Verbot von Geschmackszusätzen vor. Damit droht zum Beispiel Menthol-Zigaretten ein baldiges Aus.

Die verschärften Tabak-Regeln wollte die EU bereits vor Monaten umsetzen, doch der damalige EU-Gesundheitskommissar John Dalli musste wegen Korruptionsvorwürfen - wir berichteten (siehe Infobox) - zurücktreten, wodurch sich die Umsetzung verzögerte.

Aus für Slim-Zigaretten und Geschmacksvielfalt
Dallis Nachfolger Tonio Borg hält aber dem Vernehmen nach an dem ursprünglichen Plan fest. So sollen folgende Regelungen bereits in der kommenden Woche vorgestellt und möglichst rasch förmlich beschlossen werden, die dann in den einzelnen Mitgliedstaaten in entsprechendes nationales Recht umgesetzt werden müssten.

Strengere Regeln gegen das Rauchen? Voting in der Infobox!

Wesentliche Punkte des EU-Plans seien Beschränkungen für die enthaltenen Mengen an Teer und Nikotin sowie das Verbot von Zusatzgeschmackstoffen und anderen Zusätzen wie Vitaminen, Farbstoffen, Koffein und Taurin. Außerdem sollen Warnhinweise und abschreckende Fotos 75 Prozent der Packung einnehmen. Neben der Steuerbanderole bleibe für den Markennamen dann nur noch 20 Prozent der Packung.

Auch punkto Zigarettengröße soll es Vereinheitlichungen geben. Der Durchmesser der Glimmstängel dürfe dann nicht mehr kleiner als 7,5 Millimeter sein. Dünne Zigaretten - die vor allem von Frauen konsumierten Slim-Zigaretten - könnten damit endgültig verboten werden.

Sogar Barroso-Mitarbeiter wollten intervenieren
Die Vorlage der neuen Richtlinie verzögerte sich auch durch den intensiven Widerstand der Tabakindustrie. Laut "Spiegel Online" versuchten sogar Mitarbeiter von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, die Verschärfung zu verhindern.

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