Beim Durchhören der CD wird eines sofort klar: Seether-Sänger Shaun Morgan ist ein Kind von Traurigkeit und hat alles gehabt - nur keine leichte Kindheit. Auf den insgesamt 13 Songs lässt sich Shaun ausführlichst über die Schattenseiten des Lebens aus: Schmerz, Verzweiflung, Selbstzweifel, Verlassensängste, Elend, Autoaggression. Das geht sogar soweit, dass er sich morgens nicht im Spiegel anschauen kann, da er sich so schämt ("The Gift"). Kurz gesagt: Shaun findet für jedes Leid die passenden Worte und sinniert über die Schlechtigkeit der Welt und des eigenen Seins. Bestens geeignet für Manisch-Depressive und solche, die es angesichts des lausigen Sommers noch werden wollen.
Unterstützt wird Shaun dabei von lauten, verzerrten Gitarrren, die sich sanft unter Shauns mal rauen, mal melodiöseren Gesang legen. Der Opener "Because of Me" zeigt schon mal wo der Hammer hängt und zwingt, angesichts der Nachbarn, zum Leiserdrehen der Lautstärke. "Remedy", die erste Single-Auskopplung und zweiter Song auf "Karma & Effect", geht nicht weniger nach vorne und erinnert an den Grunge-Bands der 90er, wie zum Beispiel Silverchair. Zwischendurch gibt es während der Songs das übliche Wechselspiel von ruhigen und lauten Passagen. Erinnern tut das Ganze dabei immer wieder an Staind, was vor allem auch auf die Lyrics von Shaun zurückzuführen ist. Richtig ruhig und besinnlich wird es dann auf "Plastic Man", dem letzten Song des Albums.
Seether liefern mit "Karma & Effect" ein grundsolides, durchwegs bretterndes Album ab. Das Rad wird zwar nicht gerade neu erfunden, aber zum Headbangen reicht es allemal.
Fazit: 7 von 10 schmerzerfüllten Tränen
Von Sebastian Räuchle
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