Kärntner Kandidaten

Diese Freiheitlichen wollen in den Nationalrat

Kärnten
18.06.2024 13:23

Als erste Partei in Kärnten präsentierte die FPÖ ihre Kandidaten, die sie ins Rennen um ein Mandat im Nationalrat schickt. „Wir wollen ganz Kärnten blau einfärben“, formuliert FP-Chef Erwin Angerer sein Wahlziel.

Durch das EU-Wahlergebnis gestärkt, traten FP-Chef Erwin Angerer und sein Stellvertreter Gernot Darmann am Dienstag vor Medienvertreter, um das Kärnten-Team für die anstehende Nationalratswahl Ende September vorzustellen. Dass Darmann Spitzenkandidat wird, war ja schon seit Anfang des Jahres klar – doch auf den Wahlkreislisten wartete dennoch die ein oder andere Überraschung.

Bevor allerdings konkrete Namen genannt wurden, nutzten die Blauen in gewohnter Manier ihre Bühne, um heftige Kritik an ÖVP und den Grünen zu äußern. Dabei im Fokus: Das nun doch durch den Alleingang von Bundesministerin Leonore Gewessler beschlossene EU-Renaturierungsgesetz, sowie das von der Landesregierung vorgestellte Energiewendegesetz: „Das ist ein Widerspruch: Einerseits Natur wiederherstellen und andererseits Tür und Tor öffnen für Windräder auf unseren Bergen, die die Natur zerstören“, und untermalten dies mit Fotos von Baustellen im Grünen. „Offenbar lautet hier das Motto: Vernichten, zerstören, verkaufen!“, so Angerer, der von einem „Vernichtungsfeldzug gegen die Bauern“ spricht.

Bei der EU-Wahl ging die FPÖ auch in Kärnten als stärkste Partei hervor – lediglich die Bezirke Völkermarkt (SPÖ) und Hermagor (ÖVP) waren auf der politischen Landkarte nicht blau eingefärbt. Um das zu ändern, habe man ein entsprechendes Team aufgestellt: „Dieses starke Team arbeitet mit Hausverstand auf der Seite der Bevölkerung, um unsere Heimat lebenswerter zu machen – und das mit glaubwürdiger Politik und Handschlagqualität“, zeigt sich Spitzenkandidat Gernot Darmann bereits in Wahlkampf-Stimmung. Da durfte natürlich auch Kritik an Bundeskanzler Karl Nehammer nicht fehlen, den Darmann als „Rumpelstilzchen“ betitelte. 

Das sind die Kandidaten
Kärnten kann aufgrund der Bevölkerungsgröße insgesamt zwölf Mandate im Nationalrat besetzen – aktuell halten die Freiheitlichen nach ihrem Absturz bei der Wahl 2019 zwei davon: Christian Ragger und Maximilian Linder (nachgerückt für Erwin Angerer). Das soll sich laut FPÖ aber ändern: „Wir sind überzeugt davon, dass unser Team ankommen wird!“

  • Wahlkreis 1 (Klagenfurt und Klagenfurt-Land): Gernot Darmann, Ferlachs Gemeindevorstand Dominik Keuschnig und Klagenfurts Stadträtin Sandra Wassermann
  • Wahlkreis 2 (Villach und Villach-Land): Afritzs Bürgermeister und Nationalrat Maximilian Linder, Villacher FP-Klubobfrau Katrin Nießner und Kurt Petritsch, ebenfalls aus Villach
  • Wahlkreis 3 (West: Feldkirchen, Hermagor und Spittal an der Drau): Tina Berger, Gemeinderätin in Lendorf, Barbara Plunger aus Hermagor, Ossiachs Bürgermeister Gernot Prinz.
  • Wahlkreise 4 (Ost: St.Veit, Völkermarkt und Wolfsberg): Nationalrat Christian Ragger, FP-Bezirksobmann in Völkermarkt Kajetan Glantschnig, Hüttenbergs Bürgermeister Josef Ofner

Die ersten zehn auf der Landesliste stehen ebenfalls fest und wurden – wie die Wahlkreislisten – einstimmig beschlossen:

Die Landesliste führt Gernot Darmann an, gefolgt von Kajetan Glantschnig, die erste Frau ist auf Platz drei zu finden: Barbara Plunger! Danach folgen Maximilian Linder, Landesobmann Erwin Angerer selbst, Christian Ragger, und Sandra Wassermann. Katrin Nießner, Gernot Prinz und Josef Ofner belegen Platz sieben bis zehn!

Wer hat also Chancen auf den Einzug ins Parlament? Geht man vom Wahlziel der Freiheitlichen aus, könnten ihnen vier Mandate zustehen. Wie sich die Grundmandate verteilen, hängt vom Ergebnis ab: „Unsere Kandidaten haben aber gute Chancen!“, ist sich Angerer sicher.

(Bild: FPÖ Kärnten)
(Bild: FPÖ Kärnten)
(Bild: FPÖ Kärnten)
(Bild: FPÖ Kärnten)

„Kickl als Volkskanzler akzeptieren“
Neben den üblichen Themen wie Teuerung und Sicherheitspolitik wollen die Freiheitlichen in einer Kandidatenklausur zusätzliche Schwerpunkte erarbeiten. „Wir stellen uns auf einen dreckigen Wahlkampf ein!“, so Darmann, der deutlich betont, dass wahre Demokraten auch einen Volkskanzler Herbert Kickl akzeptieren, sollte die FPÖ stimmenstärkste Kraft werden, denn „das Volk hat immer Recht!“

Ob Kickl als gebürtiger Kärntner – ähnlich wie im Landtagswahlkampf – auch in den kommenden Monaten Kärntens inoffizieller Spitzenkandidat sein und viel Zeit in seinem Heimatbundesland verbringen wird, bleibt unbeantwortet. Darmann stellt aber klar: „Kickl wird durch uns vertreten sein! Aber ohne Herbert Kickl wird es sich sowieso nicht spielen!“ 

Einen Termin für offiziellen Wahlkampfauftakt gibt es noch keinen, für Angerer sei der Startschuss aber mit dem gestrigen Koalitionsstreit zwischen ÖVP und Grünen gefallen.

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