Nachbauten realer oder fiktiver Schauplätze sind für die Community, die sich derzeit im Disneyland Paris zur "Minecraft"-Messe "Minecon" trifft, längst nichts Besonderes mehr. Paläste, Monumente, ja sogar das Raumschiff Enterprise – viele reale oder fiktive Vorbilder wurden von der Spielergemeinde mittlerweile Stein für Stein mit viereckigen Bauklötzen nachgebaut. Dass das Spiel nun auch für UNO-Projekte genutzt werden soll, verdankt es seiner Einfachheit.
Entwickler und UNO starten Aktion "Block by Block"
In der Welt von "Minecraft" können allerlei Materialien Block für Block abgetragen und neu angeordnet werden, um Bauwerke daraus herzustellen. Das Spiel ist also einfach zu erlernen, bietet aber gleichzeitig mannigfaltige Möglichkeiten, um eigene Projekte zu realisieren. Für die Vereinten Nationen Grund genug, an Mojang, die Entwicklerfirma hinter "Minecraft", heranzutreten und eine Kooperation unter dem Namen "Block by Block" zu starten.
Das erste Stadtrevitalisierungsprojekt, das auf diese Art und Weise der Bevölkerung präsentiert werden soll, ist außerhalb der kenianischen Hauptstadt Nairobi beheimatet. In einem Slum-artigen Vorort der Stadt namens Kibera soll ein Sportplatz verschönert werden. Das "Minecraft"-Modell dazu (siehe Bild) gibt es bereits, darum hat sich die britische "Minecraft"-Modellierungsagentur Fyre UK gekümmert. Der virtuelle neue Sportplatz soll nun der Bevölkerung der Kibera-Slums präsentiert werden.
"Minecraft"-Modelle sollen sich möglichst echt anfühlen
"Wir geben das ins Spiel, damit die Leute auf dem Gelände herumlaufen können und es sich für sie so echt anfühlt wie möglich", sagt Lydia Winters vom "Minecraft"-Hersteller Mojang der britischen TV-Anstalt BBC. Man wolle so die Entscheidungsträger mit der Jugend zusammenbringen, damit alle gemeinsam über die Verwendung des öffentlichen Raums entscheiden und Änderungsvorschläge einbringen können, erklärt sie.
Bis 2016 sollen auf diese Art und Weise weltweit rund 300 UNO-Projekte zur Stadtrevitalisierung mittels "Minecraft" zuerst digitalisiert und den Bewohnern der betroffenen Gebiete anschließend zur Voransicht vorgelegt werden – noch bevor sie tatsächlich realisiert werden. Man darf gespannt sein, wie die Bewohner dieser Gegenden die virtuellen Vorschläge zur Umgestaltung annehmen.
"Minecraft": Millionenfach verkaufter Überraschungshit
Schauplatz von "Minecraft" ist eine Welt, die fast vollständig aus Würfeln besteht. Diese stehen als verschiedene Materialien zur Verfügung, etwa Holz, Stein, Eisen oder Diamant. Diese Würfel könnten vom Spieler abgetragen und zu Bauwerken angeordnet werden, alternativ kann er sie auch in ihre Bestandteile zerlegen und daraus wiederum neue Gegenstände kreieren, aus denen sich Apparate und Maschinen herstellen lassen.
"Minecraft" ist eines der populärsten Independent-Spiele. Alleine die PC-Version der Baukasten-Simulation hat sich mittlerweile acht Millionen Mal verkauft, Portierungen für Xbox, iPhone und Android noch gar nicht eingerechnet. Insgesamt wird die weltweit aktive "Minecraft"-Community auf etwa 40 Millionen Spieler geschätzt.
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