17-Jähriger starb

Sturz von Balkon in Spanien “kein Fremdverschulden”

Österreich
21.11.2012 09:50
Im Fall eines Mitte August auf Mallorca in den Tod gestürzten 17-jährigen Oberösterreichers haben die spanischen Behörden nunmehr festgestellt, dass kein Fremdverschulden vorlag. Das berichtete der Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss, nach Rücksprache mit der österreichischen Botschaft in Spanien. Die Ermittlungen der dortigen Behörden sind demnach abgeschlossen.

Der Bursch hatte - das ergab die Rekonstruktion der Unglücks - in den frühen Morgenstunden des 17. August versucht, vom Balkon im fünften Stock eines Hotels in den Pool zu springen. Er schlug jedoch am Beton auf und war sofort tot.

Doch die Eltern des 17-Jährigen, die ihm den Aufenthalt in Spanien geschenkt hatten, glaubten nicht an einen Unfall. Sie reisten daraufhin sogar selbst nach Mallorca und stellten Nachforschungen an. Der Vater wies auf mehrere Ungereimtheiten hin: Der junge Mann habe nicht in dem Hotel gewohnt, von dessen Balkon er gestürzt sei. Von seinem Handy sei Stunden nach seinem Tod eine hohe Summe vertelefoniert worden und aus seiner Geldbörse hätten mehr als 250 Euro gefehlt.

Justizministerin bat spanischen Amtskollegen um Hilfe
Der Vater hegte den Verdacht, dass dem Teenager K.-o.-Tropfen verabreicht worden seien. Er kritisierte auch die seiner Ansicht nach zu laschen Ermittlungen der spanischen Behörden. Der Vater erstattete Ende August Strafanzeige in Österreich. Sie richtete sich gegen Unbekannt wegen Fremdeinwirkung. Doch die heimischen Behörden sind für den Todesfall im Ausland nicht zuständig und führen dort auch keine Ermittlungen durch.

Justizministerin Beatrix Karl schaltete sich zuletzt ebenfalls in die Angelegenheit ein. Sie bat Anfang September bei einem Besuch in Madrid ihren spanischen Amtskollegen Alberto Ruiz-Gallardon, Polizei und Gerichte mögen so schnell wie möglich den Unfallhergang klären.

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