Niedliche Videospielfiguren sitzen in viel zu klein geratenen Fahrzeugen, mit denen sie über abenteuerliche Rundkurse brettern. Für eine zusätzliche Portion Spaß sorgen dabei spezielle Extras. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Und tatsächlich: "Little Big Planet" ist im Wesentlichen ein "Mario Kart" für die PS3, ergänzt allerdings um eine starke Multiplayer-Komponente und die von der Marke bekannten Individualisierungsmöglichkeiten.
Entdecke die Möglichkeiten
Sprich: Wie bei "Little Big Planet" auch, können Spieler des "Karting"-Ablegers sowohl ihre Sackboys und –girls als auch deren Karts nach Herzenslust gestalten. Ein Sackboy mit Eierschale als Hut in einem schwebenden UFO als Kart? Kein Problem. Die dafür benötigten Kostüme, Karosserien, Sticker und andere Materialien müssen jedoch zunächst auf den Rennstrecken eingesammelt werden.
Letztere lassen sich, ebenfalls typisch "Little Big Planet", auch selbst entwerfen. Ein integrierter Editor erlaubt es, auf relativ einfache Art und Weise durchaus komplexe Strecken zu bauen und diese mit anderen Gamern via PlayStation Network zu teilen. Der entscheidende Vorteil für den Spieler: An Strecken-Nachschub mangelt es nicht.
Fahrspaß bleibt zum Teil auf der Strecke
Dies nützt allerdings wenig, wenn der Fahrspaß des Öfteren auf der Strecke bleibt. Gründe dafür gibt es gleich mehrere: Die Steuerung ist schwammig, die Kollisionsabfrage mitunter ungenau und das Balancing unausgewogen, was zur Folge hat, dass bereits kleinste Fehler oder Attacken den sicher geglaubten Sieg kosten können.
Immerhin: Gegen Angriffe anderer Fahrer kann man sich schützen – sofern man die Warnhinweise rechtzeitig bemerkt und per Tastendruck mit einem Extra - sofern vorhanden - kontert. Gegen den sogenannten Gummiband-Effekt hilft indes nur, den KI-Gegnern den Rücken zu kehren und menschliche Fahrer herauszufordern. Online ist dies gegen bis zu sieben Mitspieler möglich, offline teilen sich bis zu vier Spieler einen Bildschirm.
Mit etwas Können und viel Glück zum Sieg
Ein Ärgernis bleibt jedoch: das Driften. Denn dieses ist dringend erforderlich, um den Turbo-Boost eines Karts zu aktivieren. Aufgrund der erwähnten Schwammigkeit in der Steuerung ist ein exaktes Driften um die Kurven allerdings kaum möglich. Und nur allein durch fahrerisches Können zu siegen, fällt inmitten von Lenkraketen, riesigen Boxhandschuhen und anderen Extras nun mal schwer.
Kurzum: Wie in anderen Kart-Spielen auch, ist der Sieg ein Stück weit Glückssache. Das gilt somit auch für die diversen anderen Spielmodi, bei denen der Fokus weniger auf Geschwindigkeit als vielmehr auf Geschicklichkeit gelegt wird und beispielsweise Eier auf Zielscheiben geworfen werden oder sich die Sackboys in einer Arena behaupten müssen.
Nichts auszusetzen gibt es indes an der Präsentation: "Little Big Planet Karting" sieht hinreißend aus, klingt auch so und strotzt nur so vor liebevoller Details. Der Niedlichkeitsfaktor ist unumstritten hoch. Schön zu sehen ist auch, dass die Entwickler die jeweiligen Rennen in einen Kontext eingebettet haben. Letztlich ist die Hintergrundgeschichte aber irrelevant: Es geht eben doch immer bloß ums Fahren.
Fazit: Die Stärke von "Little Big Planet Karting" liegt nicht unbedingt in den eigentlichen Rennen, sondern dem Drumherum, allen voran den vielen Möglichkeiten der Individualisierung sowie der "Erstellen und Teilen"-Komponente. Gerade im Spiel mit Freunden, sowohl on- als auch offline, macht das Rasen mit den knuffigen Sackboys gehörig Laune, das bessere Fahrgefühl bietet allerdings das hauseigene "ModNation Racers" (siehe Infobox).
Publisher: Sony
Plattform: PS3 (getestet), PS Vita
krone.at-Wertung: 7/10
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