„Krone“-Kommentar

Brüssels Skandalplan für Mercosur-Abkommen

Kolumnen
15.05.2024 11:00

Die EU pfeift offenbar auf den Willen des Wählers. Diese Interpretation lassen zumindest die Aussagen von Brüssels Chefverhandler bei seiner Tour durch Südamerika zu. Das „Mercosur-Abkommen sei nach wie vor am Leben“, ließ Rupert Schlegelmilch die südamerikanischen Medien wissen. Doch jetzt sei „kein guter Zeitpunkt, man müsse daher die EU-Wahlen abwarten“.

Mit Verlaub, so eine Aussage eines EU-Spitzenbeamten ist untragbar. 2019 stimmten im Parlament alle Parteien – außer den NEOS – gegen das Handelsabkommen mit Südamerika. Österreich bildete damals mit Frankreich und den Niederlanden eine Allianz. Damit schien der Plan vom Tisch. Offenbar plant Brüssel, das Mercosur-Abkommen wieder zum Leben zu erwecken.

Der Plan ist Gift für beide Seiten – das belegen die nackten Zahlen. Ein Handelsabkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay bedeutet eine Erhöhung der Einfuhrquote von billigem Rindfleisch von derzeit 200.000 auf 300.000 Tonnen pro Jahr.

Konsequenzen für heimische Bauern
Die Importquote für Zucker soll um 10.000 Tonnen erhöht werden, während die Importquote für Bio-Ethanol – das ebenfalls aus Zuckerrohr gewonnen wird – gar um 650.000 Tonnen steigen soll. Der Pakt würde so die Brandrodungen im Amazonas zusätzlich anfachen, während Zuckerrübenbauern und Rinderzüchter in Österreich unter enormen ökonomischen Druck geraten würden.

Eigentlich müsste die EU die Verhandlungen, die 1999 (!) begannen, zurück an den Start schicken und nicht nach der EU-Wahl durchpeitschen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele