Ihm gehe es gut, so Elvira Waniek-Kain, Leiterin der Sozialabteilung, am Montag. Ob das Kind aufgrund der schweren Misshandlungen bleibende Schäden davontragen werde, sei noch unklar, erklärte Simone Pfandl-Pichler, Sprecherin der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz, wo das Baby zuletzt betreut worden war. Man müsse die Entwicklung des Kindes abwarten.
Ärzte hatten Mitte September bei einer Untersuchung des kleinen Mädchens zahlreiche Verletzungen wie Knochenbrüche, Prellungen und Blutergüsse festgestellt und die Polizei alarmiert. Die jungen Eltern des Säuglings - die Mutter ist 22, der Vater 25 Jahre alt - wurden daraufhin festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft. Die nächste Haftprüfungsfrist endet am 4. November.
Bruder des Mädchens blieb von Misshandlungen verschont
Vor ihrem Umzug im März in den südburgenländischen Bezirk Güssing hatte die Familie in der Steiermark gelebt. In beiden Bundesländern erhielt sie regelmäßigen Besuch von Familienintensivbetreuerinnen und Sozialarbeitern. Von den Verletzungen wusste bis zu besagter Untersuchung jedoch niemand etwas - sie wurden nicht bemerkt.
Der fast eineinhalb Jahre alte Bruder des Mädchens blieb von den Misshandlungen verschont - auch er lebt zurzeit bei Pflegeeltern. In ein paar Wochen soll der Bub dann bei jener Familie untergebracht werden, die sich um seine Schwester kümmert.
"Kinder wieder langsam aneinander gewöhnen"
"Die beiden Geschwister haben bereits Kontakt zueinander gehabt. Es wird weitere Treffen geben, damit sich die Kinder wieder langsam aneinander gewöhnen können. Das ist ein schleichender Übergang", erklärte die Leitende Sozialarbeiterin Bettina Horvath.
Wann genau die Zusammenführung stattfinden werde, hänge von den beiden ab. "Bei der Dauer wird natürlich Rücksicht auf die Kinder genommen. Aber man merkt ganz gut, wenn der Zeitpunkt da ist", so Horvath.
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