„Wann wird der Zeitpunkt kommen, wo es nur Menschen geben wird, wir werden wohl diesen glücklichen Zeitpunkt nur an einigen Orten heran nahen sehen, aber allgemein ( . . .) da werden wohl noch Jahrhunderte vergehen.“ So schrieb Beethoven bereits mit 24 Jahren an einen Freund – und schon da spiegelten sich ganz klar seine politische Meinung, seine Ideale und Werte wider. Keine Rangunterschiede, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – einfach nur Menschen.
Ungefähr zur selben Zeit entstanden seine ersten Ideen zur Vertonung von Schillers „Ode an die Freude“. Doch erst 1823, als die Restauration nach dem Wiener Kongress alles Revolutionäre im Keim ersticken wollte, erinnert er sich wieder daran. Und schuf diesen „Götterfunken“, der bis heute mit seinem erhabenen, jubilierenden Klang Völker verbindet.
Rund um das 200-Jahre-Jubiläum der Uraufführung von Beethovens Neunter ist dieser Klang allgegenwärtig – und natürlich auch heute als Hymne am Europatag, der von der EU für Frieden und Einheit begangen wird. Auch in einer Zeit, in der die Gräben immer tiefer werden, in Europa wieder Krieg herrscht, in denen Populisten aufhetzen und EU-Politiker angegriffen werden . . .
„Alle Menschen werden Brüder“, einfach nur Menschen – diese hehre Idee hat Beethoven in Musik gegossen wie kein anderer. Sein Traum vom „glücklichen Zeitpunkt“ mag sich auch nach Jahrhunderten noch schwertun. Doch es tut gut, den vollendeten Klang dieser Hoffnung zu hören.
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