Die Investoren bekommen für ihr Geld Schuldpapiere, die in rund 267 Millionen Aktien umgewandelt werden können. Damit dürften sie später knapp drei Viertel der Anteile halten.
Die Knight-Aktie verlor nach Bekanntgabe des Deals vorbörslich mehr als 30 Prozent auf 2,80 Dollar. Der Grund dürfte sein, dass die Investoren bei ihrer Rettungsaktion eine Aktie schon für rund 1,65 Dollar bekommen werden. Laut Nasdaq-Homepage wurde die Aktie kurz vor Börsestart vom Handel ausgesetzt.
Das Geld komme unter anderem von den Finanzinvestoren Blackstone und General Atlantic sowie dem Aktienhändler TD Ameritrade, berichteten die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und der Sender CNBC unter Berufung auf informierte Personen. Knight Capital hatte sich am Freitag mit einer neuen Kreditlinie ins Wochenende gerettet.
Software als Geldvernichtungsmaschine
Schuld an dem außergewöhnlichen Börsen-Malheur war eine Software-Panne: Ein neues Handelsprogramm von Knight Capital überflutete den Markt am Mittwochmorgen mit fehlerhaften Handelsaufträgen. Als Folge saß die Firma auf einem Berg zu teuer gekaufter Aktien. Nach Informationen des "Wall Street Journal" hatte Knight ungewollt Papiere im Wert von mindestens 4,5 Milliarden Dollar gekauft. Goldman Sachs kaufte die Aktien mit einem Abschlag im Paket ab - übrig blieb ein Verlust von 440 Millionen Dollar.
Börsenaufsicht verlangt mehr Überwachung
Knight-Chef Thomas Joyce hatte dem "Wall Street Journal" zufolge die Börsenaufsicht SEC zunächst überreden wollen, die ganzen Order einfach rückgängig zu machen. Doch SEC-Chefin Mary Shapiro lehnte unter Hinweis auf geltende Regeln ab. Am Wochenende nannte sie den Vorfall "inakzeptabel" und ordnete an, dass die Arbeit an einem Überwachungssystem für Handelsprogramme beschleunigt wird. In der US-Presse machte das Wortspiel "Knightmare on Wall Street" die Runde.
Hintergrund offenbar nicht restlos aufgeklärt
Der Börsendienstleister Nanex stellte die Vermutung auf, Knight habe mit der neuen Handelssoftware versehentlich auch ein Testprogramm scharfgeschaltet, mit dem sie zuvor unter Laborbedingungen ausprobiert worden war. Jedenfalls passe der Ablauf zum Verhalten solcher Testinstallationen, hieß es in einer Analyse.
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