Die New Yorkerin Katherine Bradford zählt zu den bedeutendsten Malerinnen der US-amerikanischen Kunstszene. In der Grazer Halle für Kunst ist nun ihre erste institutionelle Ausstellung in Europa zu sehen. Eine eindrucksvolle Begegnung.
Seit Jahren erkundet Katherine Bradford die Mechanismen und Möglichkeiten der Malerei. Zuerst noch in Öl, schließlich mit den kräftigeren und schnelleren Acrylfarben bannte sie menschliche Körper auf die Leinwand, die vieldeutige Geschichten zu erzählen haben. Dabei geht es der Künstlerin nicht um die Darstellung von Individuen, was auch die fehlenden Gesichter belegen, sondern um ganz grundsätzliche Fragen, quasi ein abstraktes Abbild der Gesellschaft.
Das Miteinander, die gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und Inspiration sind der Künstlerin auch nach all den Jahren ihrer Auseinandersetzung mit ihren Sujets ein wichtiges Anliegen. Die verschiedenen Schattierungen der Hautfarben wählt sie ganz bewusst aus. Auch die Berührungen passieren in ihren Bildern nicht zufällig.
Das Suchen nach der eigenen Form
„American Odyssee“ lautet der Titel dieser Ausstellung, der nicht zuletzt auf das Suchen und Ausprobieren der Künstlerin verweist. Für Graz hat Kurator Sandro Droschl 15 zentrale Arbeiten seit 2015 ausgewählt. Dazu kommen noch 23 ganz neue Bilder, die für diese Ausstellung entstanden sind. Das erzählt auch vom Tempo, mit dem Bradford malt.
Ganz bewusst spielt Bradford mit Zitaten aus der Kunstgeschichte (besonders von Matisse) oder lässt sich von Künstlerfreunden inspirieren. Geometrische Formen gefallen ihr dabei ebenso wie das Spiel mit der Transparenz. Allem zugrunde liegt aber ein umfassender Humanismus, eine ungemein positive Aussage.
Überraschung im Keller
Spannend ist übrigens auch die Art der Präsentation. Im Hauptraum genießen die Werke durch die großzügige Hängung ungeteilte Aufmerksamkeit. Im Keller wartet dann eine überraschende Gestaltung, in der die auch kleinformatigen Bilder zum Leuchten gebracht werden.
Ergänzend zur Ausstellung wird auch ein umfangreicher Katalog erscheinen, alle Informationen zur Schau findet man auf der Webseite der Halle für Kunst in Graz.
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