Trauer um Kirchenmann

„Sein Glaube hatte immer Herzschlag-Qualität“

Tirol
23.02.2024 18:00

Mit Trauer und zugleich Dankbarkeit für sein Wirken reagieren Wegbegleiter aus Kirche und Politik auf das Ableben von Alt-Erzbischof Alois Kothgasser. Tirol war der gebürtige Steirer auf besondere Weise verbunden. Hier wirkte er auch als Bischof der Diözese Innsbruck. 

Ob im Gespräch mit Gläubigen oder bei offiziellen Anlässen – das gütige Lächeln von Alois Kothgasser wird in Erinnerung bleiben. Aber nicht nur das.

Der gebürtige Steirer hat in Tirol auf besondere Weise gewirkt. 1997 wurde er Bischof der Diözese Innsbruck. Mehr als fünf Jahre war Kothgasser Innsbrucker Bischof. 2002 folgte dann der Ruf in die Erzdiözese Salzburg, zu der ein Teil des Tiroler Unterlandes gehört. Somit blieb Kothgasser Tirol auch in seinem neuen Amt als Erzbischof eng verbunden. So verhielt es sich auch nach seiner altersbedingten Emeritierung 2013. Der Alt-Erzbischof lebte mehrere Jahre im geistlichen Zentrum der Don-Bosco-Schwestern in Baumkirchen.

„Er hat den Weg der Mitte stets im Auge behalten“
Donnerstagabend verstarb Kothgasser 86-jährig in seiner Wohnung im Priesterseminar in Salzburg. Mit Trauer und zugleich Dankbarkeit für sein Wirken reagieren Wegbegleiter aus Kirche und Politik. „Er hat den Weg der Mitte stets im Auge behalten und sich für einen intensiven Dialog mit der Wissenschaft, anderen Religionen und allen Menschen untereinander – vor allem auch mit der Jugend – eingesetzt“, würdigt Tirols LH Anton Mattle den Kirchenmann.

„Sein Leben hat er als einen ,Assistenzeinsatz’ gelebt, überall mit einer geistvoll bescheidenen, begleitenden Anwesenheit“, sagt Innsbrucks Bischof Hermann Glettler. Er bezeichnet Kothgasser als „väterlichen Bischof“, dessen Glaube immer Herzschlag-Qualität gehabt habe. Caritas-Europa-Präsident Michael Landau spricht von einem „großen Theologen, wunderbaren Priester und beeindruckenden Menschen“. Würdigungen kommen auch von Erzbischof Franz Lackner und dem evangelischen Superintendenten (Salzburg und Tirol) Olivier Dantine. Lackner bezeichnet Kothgasser als Brückenbauer: „An seinem Tisch war Platz für alle - er handelte in Liebe für die Wahrheit.“

Ohne Furcht und voller Hoffnung auf das Kommende schrieb Kothgasser in seiner Autobiografie: „Angst vor dem Tod habe ich keine, da wir Christen das Eigentliche ja noch vor uns haben: das Geheimnis Gottes.“ Das Begräbnis des Alt-Erzbischofs findet am 9. März um 10 Uhr im Dom zu Salzburg statt.

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