„Dialogues des Carmelites“, Meisterwerk von Francis Poulenc, steht in hervorragender, teils neuer Besetzung wieder auf dem Spielplan der Staatsoper. Das Drama um in der Französischen Revolution hingerichtete Nonnen ist noch am 31. Jänner und am 4. Februar zu erleben.
Der Schauer rennt am Ende wohl jedem über den Rücken, als auf die letzte der Karmelitinnen, auf Blanche, das Beil der Guillotine niedersaust. Es dauert diesmal, bis der Applaus loslegt. Franics Poulencs 1956 in Mailand uraufgeführte „Dialogues des Carmelites“ tun auch in der sechsten Aufführung der Neuproduktion vom Mai 2023 ihre Wirkung. Trotz allem. Denn was Regisseurin Magdalena Fuchsberger in der wohl künstlerisch gemeinten, aber doch nur gruselig kunstgewerblich ausgefallenen Ausstattung nicht eingefallen ist, kann auch beim zweiten Hinsehen nur als misslungen erkannt werden. Alles spricht also für die Qualität von Poulencs Meisterwerk, das sich gegen Fuchsbergers Perchtenlauf im Baumarktambiente behauptet, das fesselt und berührt.
Das liegt ebenso an der ausgezeichneten musikalischen Umsetzung, die gegenüber der Premiere fast noch ein wenig stringenter erscheint. Sabine Devieilhe, als geplante Premierenbesetzung einst ausgefallen, gibt mit ihrem so wertvoll leuchtenden Sopran jetzt erstmals die Schwester Constance als zauberhaft zerbrechliche Lichtgestalt. Auch Julie Boulianne ist mit ihrem substanziellen, gut geführten Mezzo eine überzeugende neue Mutter Marie. Als Zentrum der Aufführung behauptet sich erneut die intensive Nicole Car. Michaela Schuster leidet grandios ihren Todeskampf als Madame de Croissy und Maria Motolygina ist ihre wahrlich starke Nachfolgerin. Bernard Richter mit seinem firm geführten Tenor und Michael Kraus als ausdrucksstarker Vater stehen ihre Männer im Frauenensemble. Bei Bertrand der Billy am Pult des intensiv mitgehenden Orchesters liegt Poulenc erneut in allerbesten Händen.
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