„Wer ein Kind erwartet, kann nicht neun Monate auf einen Untersuchungstermin warten!“ Das sagt Frauenarzt Hugo Lunzer aus Kufstein. Der Mediziner ist Obmann der Fachgruppe für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in der Tiroler Ärztekammer und macht mit der Aussage auf Versorgungsprobleme bei Schwangeren in Tirol aufmerksam.
Laut Ärztekammer sind derzeit von den 31 Kassenstellen für Frauenheilkunde vier unbesetzt (Innsbruck, Hall, Zell am Ziller und Reutte). Mehrmalige Ausschreibungen seien ohne geeignete Bewerber geblieben. „Verbleibende Kassenärztinnen und -ärzte sind zumeist über die Kapazitäten hinaus ausgelastet und müssen Neupatientinnen mitunter sogar ablehnen“, beschreibt die Ärztekammer die Konsequenz.
„Zugespitzte Versorgungssituation“
Präsident Stefan Kastner spricht von einer „zugespitzten Versorgungssituation“. Auch die gynäkologischen Ambulanzen der Tiroler Krankenhäuser seien am Limit und könnten nicht noch mehr Patientinnen versorgen.
ÖGK sei gefordert
Kastner und Lunzer sehen die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) dringend gefordert. Die Situation bei den Frauenärzten sei nur ein Beispiel für unattraktive Kassenstellen. Über diese verhandeln ÖGK und Ärztekammer aktuell wieder. Die Standesvertretung der Mediziner fordert eine Anpassung des Leistungskatalogs, in dem unter anderem die Honorare festgeschrieben sind, und hat einen Entwurf vorgelegt. Nun sei die ÖGK am Zug, heißt es.
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