Nach Ablauf seiner Sperre erhält „Wettsünder“ Robert Bencun in der Ostliga beim SV Leobendorf eine neue Chance. Für die „Krone“ blickt der 31-Jährige noch einmal zurück...
Sein letztes Pflichtspiel hatte er für Marchfeld im Ostliga-Cup am 5. November 2021 auswärts gegen Bruck absolviert - knapp zwei Wochen später klickten für Robert Bencun die Handschellen, „Ein absoluter Albtraum“, erinnert sich der Verteidiger, der in den sogenannten „Ostliga-Wettskandal“ verwickelt war, zurück.
Zur Erinnerung: Insgesamt neun Fußballer wurden nach unzähligen Prozessen wegen der Manipulation von 19 Spielen verurteilt. Der Schaden betrug satte 470.000 Euro. „Ich habe mir sehr viel damit verbaut, würde so etwas nie wieder machen“, erzählt Bencun, der zum Zeitpunkt seiner Vergehen Kapitän des FC Marchfeld war. „Ich fühlte mich bei diesem Verein extrem wohl, hätte dort wohl meine Karriere beendet.“
Doch der 31-Jährige geriet aus der Spur. „Ich hatte damals finanzielle Probleme. Das darf aber keine Ausrede sein. Mit tut das Ganze unendlich leid. Jeder, der das Angebot, Spiele zu manipulieren, bekommt, muss sich davon fernhalten, sofort Meldung erstatten.“
„Für die Fehler gebüßt“
Am 5. Dezember lief seine Sperre ab. Und Leobendorf, wo er sich bereits im Herbst fit gehalten hatte, grätschte dem Gebietsligisten Wr. Neudorf dazwischen, nahm Bencun unter Vertrag. Der Ostligist reagierte damit auf die Langzeitausfälle von Bartholomay und Lazarevic. „Ich dachte nicht, dass ich noch einmal die Chance bekomme, in der dritten Liga zu spielen. Für mich ist das wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.“
Das ihm auch Leobendorfs Sektionsleiter ermöglichte. Für Michael Tackner spielt Bencuns Vergangenheit absolut keine Rolle: „Er hat für seine Fehler gebüßt, ist ein super Spieler. Derjenige, der noch nie im Leben etwas falsch gemacht hat, soll sich bitte melden “
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