Sa, 15. Dezember 2018

Knappe Mehrheit

15.04.2012 23:35

Innsbruck-Wahl: ÖVP kann doch noch gewinnen

In der Tiroler Landeshauptstadt sind am Sonntag knapp 100.000 Wähler und Wählerinnen am Wort gewesen. Daraus ergab sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden bürgerlichen Listen ÖVP und "Für Innsbruck", das am Ende die Schwarzen mit 21,9 zu 20 Prozent für sich entscheiden konnten. Für das Regieren in Innsbruck ist weiterhin eine Koalition notwendig. Wer Bürgermeister wird, entscheidet sich in zwei Wochen.

Die bereits niedrige Wahlbeteiligung hat in der westlichen Landeshauptstadt neuerlich abgenommen. 2006 lag sie noch bei 57,8 Prozent. Heuer schritten nur noch 50,7 Prozent der 99.901 Wahlberechtigten (inklusive Briefwahl) zu den Urnen.

VP legte ordentlich zu
Laut vorläufigem Endergebnis wurde die ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Christoph Platzgummer (links im Bild) mit 21,9 Prozent stimmenstärkste Partei. Die Volkspartei - die offensichtlich doch noch gewinnen kann - legte um 7,3 Prozentpunkte zu und erreichte neun der insgesamt 40 Mandate.

Die VP überholte damit die seinerzeit vom heutigen Tiroler Landtagspräsidenten Herwig van Staa gegründete Bürgermeisterliste "Für Innsbruck" - diese verlor 5,9 Prozentpunkte und erreichte mit Spitzenkandidatin Christine Oppitz-Plörer (Bild rechts) 21 Prozent der Stimmen und ebenfalls neun Mandate.

SPÖ abgestürzt, Piraten im Gemeinderat
Die Grünen kamen auf 19,1 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte) bzw. acht Mandate. Die SPÖ fuhr ein Minus von 5,1 Prozentpunkten ein und stürzte auf 14,6 Prozent (sechs Mandate) ab. Die Liste "Rudi Federspiel" kam auf 7,9 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte) bzw. drei Mandate, die Freiheitlichen auf 7,7 Prozent (plus 2,7 Prozentpunkte) bzw. ebenfalls drei Mandate. Der VP-Seniorenbund stagniert bei 2,7 Prozent bzw. einem Mandat. Auch die Piratenpartei Österreichs (3,8 Prozent) ist nun mit einem Sitz im Innsbrucker Gemeinderat vertreten.

Bürgermeister-Stichwahl
Das Duell um den Bürgermeistersessel machen in zwei Wochen die Bürgerlichen unter sich aus. Die amtierende Bürgermeisterin Oppitz-Plörer kam am Sonntag auf 31 Prozent der Stimmen, Herausforderer Platzgummer auf 28 Prozent - nun gibt es eine Stichwahl, bei der wieder alles offen ist.

"Menschen wollen einen Wechsel"
In dem vorläufigen Ergebnis der Gemeinderatswahl sah Tirols ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter am Sonntagabend eine Bestätigung für das bürgerliche Lager. Sichtlich erfreut zeigte sich auch Platzgummer: "Die Menschen wollen einen Wechsel."

"Für Innsbruck" sei Garant dafür, dass die FPÖ nicht in die Stadtregierung kommen werde, betonte hingegen Oppitz-Plörer: "Wir sind die Heimat der politischen Mitte." Für die Stichwahl müsse man die Menschen in den nächsten Wochen von der "harten Arbeit" der letzten Jahre überzeugen. Nach dem Wahlkampf seien aus ihrer Sicht "keine Gräben offen".

FPÖ als "unzufriedener Gewinner"
FPÖ-Spitzenkandidat August Penz sieht sich als "unzufriedener Gewinner". Dass sich das umstrittene Wahlplakat mit dem Slogan "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe" negativ ausgewirkt habe, glaubt er nicht. Selbstverständlich müsse aber in den nächsten Tagen Ursachenforschung betrieben werden. SPÖ-Spitzenkandidatin Stadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter erklärte, dass es "wehtue", Mandate zu verlieren.

"Pirat" Alexander Ofer war sichtlich glücklich und betonte, dass er diesen Ausgang mit einem Mandat erwartet habe. Es zeige, dass die Menschen mehr Bürgerbeteiligung haben wollten. Dafür würden sich die Piraten künftig einsetzen.

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