Prozess in Feldkirch

Großes Drama nach Scheidungsandrohung

Vorarlberg
30.11.2023 16:05

Eine Frau wollte sich vom Angeklagten trennen, da drehte der 36-Jährige durch. Am Donnerstag landete die Angelegenheit am Landesgericht Feldkirch.

Nun sitzt der Österreicher mit türkischen Wurzeln schon wieder vor der Richterin und riskiert eine weitere Vorstrafe. Nichts Ungewöhnliches. Denn zehn Einträge stehen eh schon im Strafregister. Trotzdem bittet er die Vorsitzende Silke Sandholzer um eine „zweite Chance“. Und die bekommt er am Ende der Verhandlung in Form einer unbedingten 18-monatigen Haftstrafe. Ein „Schnäppchen“, sieht der Gesetzgeber für das Delikt der gefährlichen Drohung immerhin einen Strafrahmen bis zu vier Jahre Haft vor.

Emotionaler Ausnahmezustand
Angeklagt ist der Schichtarbeiter in zwei Fällen. Als ihm seine Gattin am 4. Oktober mitteilt, dass sie sich von ihm scheiden lassen will, ertränkt der 36-Jährige zunächst seinen Schmerz in Alkohol. Er habe am Ufer der Bregenzer Ache 24 Biere in sich hineingeschüttet, behauptet er. In diesem emotionalen Ausnahmezustand schreibt er seiner Mutter etliche WhatsApp-Nachrichten. Darin droht er, seine Frau umzubringen und ihr den Kopf abzuschneiden. Dazu schickt er ein Video, dass ihn an der Bregenzer Ache zeigt.

In Sorge um die Schwiegertochter alarmiert die Familie das potenzielle Opfer, damit dieses sich in Sicherheit bringen kann. Zwischenzeitlich lässt der frustrierte Schluckspecht seine Aggressionen vor einem Lebensmittelgeschäft in Kennelbach aus. Dort attackiert er einen ihm wildfremden Familienvater mit einem Küchenmesser. „Der kam auf mich zu, zückte das Messer und sagte: Das nächste Mal murkse ich Dich ab.“ Kurz darauf wird der Angreifer verhaftet und in die Justizanstalt Feldkirch gebracht.

Milder Schuldspruch
Im Prozess gibt der Angeklagte an, sich nicht mehr an die Taten erinnern zu können. Nur das Messer sei ihm im Gedächtnis geblieben. Aber das hätte er sich selbst vors Gesicht gehalten, nicht dem Opfer. Und was den Begriff „abmurksen“ betrifft, so finde sich dieser nicht in seinem Sprachschatz. „Aber irgendwas werde ich schon gesagt haben.“ Abschließend entschuldigt sich der Angeklagte für seine Taten, gelobt Besserung und kämpft am Ende mit den Tränen, als die Richterin den Schuldspruch fällt.

Chantal Dorn
Chantal Dorn
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