Flaggschiff reloaded

Audi Q8: Lichtgestalt mit korrigiertem Fehler

Motor
08.11.2023 12:00

Zwei Dinge haben mich am Audi Q8 bisher gestört: Das Ansprechverhalten des Diesels und die Auspuffattrappen, die sein Heck verunziert haben. Das eine haben die Ingolstädter bereits vor einiger Zeit heimlich, still und leise korrigiert, das andere jetzt gerade mit dem Facelift. Außerdem haben sie ihr SUV-Coupé-Flaggschiff sanft verfeinert - und es nach fünf Jahren Bauzeit angenehm ins Jetzt geholt.

(Bild: kmm)

Facelift nennt man eine solche Modellüberarbeitung bekanntlich. Manchmal nutzen Hersteller diesen Fixpunkt im Modelllebenszyklus für tiefgreifende Änderungen, etwa für einen komplett neuen Innenraum, ein neues Bediensystem oder eine neue Motorenpalette. Beim Audi Q8 bleibt es im Wesentlichen bei einem Facelift im Wortsinn, also bei äußerlichen Updates, konkret einer neuen Front, Änderungen am Heck und einer veritablen Lightshow in Scheinwerfern und Heckleuchten.

(Bild: Tobias Sagmeister)

Der Kühlergrill wurde etwas flacher und breiter, was die Vorderansicht sofort schlanker und schnittiger wirken lässt. Dazu haben sie den Übergang vom Grill zu den Scheinwerfern stimmiger gestaltet. Das ist nun weniger Stückwerk, sondern besteht mehr aus einem Guss. Dazu trägt auch bei, dass das Tagfahrlicht nun an der oberen Kante der serienmäßigen Matrix-LED-Scheinwerfer platziert ist. Gegen Aufpreis gibt es Laserfernlicht und die Möglichkeit, zwischen vier Lichtsignaturen umzuschalten.

Diese Lichtspiele beherrschen - wenn man bei der Bestellung das entsprechende Hakerl setzt - auch die Heckleuchten. Die bekommen dann OLED-Technik und ebenfalls vier Lichtsignaturen. Außerdem haben sie eine neue Annäherungsfunktion: Nähert sich dem (zum Beispiel an einer roten Ampel) stehenden Q8 ein anderes Fahrzeug von hinten auf weniger als zwei Meter, leuchten alle OLED-Elemente auf. Das warnt den Hintermann, ohne ihn zu blenden (das Bremslicht befindet sich unterhalb der OLEDs).

Highlight am Heck: Schluss mit billigen Attrappen
Der größte Dorn in den Augen potentieller Audi-Q8-Kunden war bisher, dass er am Heck Auspuffattrappen hatte, also keine Auspuffblenden, sondern Plastikelemente, die einen Auspuff imitierten, aber tatsächlich nur eine feste Plastikfläche umrandeten. Künftig bekommen alle Audi-Q8-Modelle echte Auspuffendrohre, so richtig aus Metall. Ein Schritt hin zu mehr Seriosität und Wertigkeit.

Der Diesel kommt sofort
Bei meinem ersten Test des damals brandneuen Audi Q8 TDI im Jahr 2019 habe ich bemängelt, dass der Dreiliter-Sechszylinder teilweise zu lang brauchte, um einen Tritt aufs Gaspedal in Kraft umzusetzen. In manchen Fahrsituationen betrug die Antrittsverzögerung über zwei Sekunden. Man gelobte schon damals Besserung, und bereits im Jahr 2021 bekamen die Motoren ein Update, mit neuen Turboladern und Abgasregelventilen. Dadurch wurde der Drehmomentverlauf deutlich fetter, das maximale Drehmoment liegt früher an.

Nun, zum Facelift, kann daher alles beim Alten bleiben - jedenfalls bei den reinen Verbrennern. Es gibt drei V6-Motoren und einen V8. Letzterer treibt mit 507 PS den SQ8 an, der V6-Benziner Q8 SUV 55 TFSI quattro leistet 340 PS.

Die Dreiliter-Diesel leisten 231 bzw. 286 PS, das maximale Drehmoment beträgt 500 Nm ab 1500/min. bzw. 600 Nm bei 1750/min.

Was bei der Facelift-Präsentation ausgespart wurde, sind die zwei bisher erhältlichen Plug-in-Hybride. Die werden etwas später nachgereicht und sollen dann eine deutlich bessere elektrische Reichweite aufweisen als bisher. Spätestens damit kommt der Audi Q8 dann im Jetzt an.

Für den Audi SQ8 sind nun bis zu 23 Zoll große Felgen erhältlich. (Bild: Stephan Schätzl)
Für den Audi SQ8 sind nun bis zu 23 Zoll große Felgen erhältlich.
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8
Audi SQ8 (Bild: Stephan Schätzl)
Audi SQ8

Digitales Update
Im Innenraum fallen zunächst keine Änderungen auf. Eine wesentliche Änderung ist aber auf den zweiten Blick erkennbar: Man hat neuerdings die Möglichkeit, Fremdanbieterapps wie Spotify und Amazon Music direkt über das Multimediasystem zu nutzen.

Mehr Ausstattung, Farben und Räder
Die Lackpalette erweitert sich um die Metallic-Töne Sakhirgold, Ascariblau und Chilirot, im Interieur stehen drei neue Dekors (insgesamt neun) zur Verfügung. Einen besonders extrovertierten Auftritt versprechen die neuen 23-Zoll-Felgen, die man für den SQ8 ordern kann. Abgesehen von diesen Riesenrädern sind weitere vier neue Felgendesigns von 20 bis 22 Zoll im Angebot. Schon die Basisräder messen 20 Zoll.

Diese sind Teil der neuen, erweiterten Liste der Serienausstattung. Diese umfasst ab sofort das Virtual Cockpit Plus, Matrix-LED-Scheinwerfer, eine Rückfahrkamera, Park- und Fernlichtassistent, Kontrastnähte für die Sitzbezüge in Leder/Kunstleder sowie den Komfortschlüssel. Erstaunlich: Der Preis bleibt nahezu unverändert. Der günstigste Audi Q8, der schwächere Diesel, kostet 96.200 Euro, der stärkere Selbstzünder 98.500 Euro. Für den Benziner werden glatte 105.000 Euro fällig, der SQ8 kommt auf 145.900 Euro. Der hat aber auch Schmankerl wie das adaptive Luftfahrwerk und Allradlenkung serienmäßig, außerdem sind für ihn das Sportdifferenzial und die aktive Wankstabilisierung erhältlich.

Fahrzit
Es sind oft Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob jemand ein bestimmtes Auto kauft oder nicht. Eine solche Kleinigkeit könnten Auspuffattrappen sein, die es z. B. bei der Münchner Konkurrenz schon bisher nicht gab. Darüber hinaus hat Audi im Detail nachgearbeitet und mit der neuen Lightshow durchaus ein Alleinstellungsmerkmal kreiert. Ein solches ist aber auch der ganze Habitus des Audi Q8, der zwar nicht so vernünftig wie ein Q7 ist, aber auch nicht so polarisierend wie ein BMW X6. Das macht ihn eine Spur zeitloser. Und mit den Updates ist er fit für die nähere Zukunft.

Marktstart Ende November (bereits bestellbar).

(Bild: Stephan Schätzl)

Warum?
Keine Auspuffattrappen mehr
Dynamischer, aber wenig polarisierender Auftritt

Warum nicht?
Für ein SUV-Coupé recht unemotional

Oder vielleicht ...
... BMW X6, Mercedes GLE Coupé

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(Bild: kmm)



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