Mehr Kilos im Herbst

Fürchten Sie sich vor dem Winterspeck?

Gesund Konkret
23.10.2023 06:30

Nicht nötig, es gibt ihn nämlich gar nicht. Zumindest laut wissenschaftlicher Erkenntnisse. Allerdings nimmt man im Herbst und Winter tatsächlich häufiger zu. Vor allem zu den Feiertagen, und davon kommen jetzt jede Menge.

Es klingt zunächst einleuchtend, für die kalten Monate Fettzellen aufzufüllen, muss aber aus medizinischer Sicht ins Reich der Mythen verbannt werden: Wir Menschen bilden nicht automatisch Fettreserven aus. Warum auch: Wir müssen uns nicht auf eine lange Winterruhe oder einen Winterschlaf einstellen, eisige Temperaturen überleben oder befürchten, dass uns die Nahrung ausgeht.

Zahlreiche Studien widerlegen auch die Theorie, dass wir aufgrund von Vitamin- und/oder Serotoninmangel mehr Appetit auf Süßes und Fettes hätten. Forscher fanden Folgendes heraus und zerstreuen damit die Ausrede, warum der Hosenbund zwickt: Das Hungergefühl ist im Dezember nicht größer als im Juni und auch der Gusto verändert sich nicht.

Die Festessen schlagen sich auf die Hüften
International erhobene Daten, welche an der Universität Tampere, Finnland, zusammengefasst wurden, zeigten aber tatsächlich Gewichtszunahmen rund um die Feiertage in den beobachteten Regionen. Es nahmen 3000 Probanden teil. Das Gewicht der deutschen Studienteilnehmer war zehn Tage nach Weihnachten um 0,6 Prozent höher als vorher.

Zunahmen wurden außerdem rund um Ostern festgestellt, jedoch nicht so stark wie in der Weihnachtszeit. Dasselbe zeigte sich für die USA zur Zeit des Thanksgiving-Festes. Dazu kommt natürlich, dass wir im Herbst und Winter häufiger drinnen bleiben, uns weniger bewegen und auch gerne mit Freunden und Familie kochen. Kürbisfeste, Weinverkostungen, die „Wiesen“, Most- und Sturmtrinken stehen derzeit auf dem Kalender. Darauf folgen schon Ganslessen und die ersten Weihnachtsmärkte. Silvesterfeiern und Faschingspartys runden das Geschehen ab - und auch unsere Hüften und Bäuche.

Dem Speck den Kampf ansagen 
Nicht gerade überraschend, aber doch eine Tatsache, die wir uns bewusst machen sollten. Denn es gibt sehr wohl Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken, ohne sich den Spaß zu versagen. Besonders bei Frittiertem und versteckten Fetten wie beim Alkohol aufpassen! Zum Beispiel:

  • Statt der Bratwurst oder der Käsekrainer Putenbrust oder Putenspieß wählen. Brot, Semmel, Weckerl weglassen.
  • Ofenkartoffel mit Sauerrahm statt Pommes oder Langosch.
  • Vor dem Essen einen Salat wählen statt Suppe.
  • Prosecco oder Spritzwein statt Mixgetränke oder Cocktails.
  • Beim Ganslessen auf Knödel verzichten, stattdessen gedünstetes Rotkraut als Beilage nehmen. Bratensaft entfetten.
  • Langsam essen, gut kauen. Auf das natürliche Sättigungsgefühl achten.
  • Probieren Sie es auch einmal mit Mikro-Intervallfasten: Nach jeder Mahlzeit oder nach jedem Snack zwei bis drei Stunden Zeit vergehen lassen, ohne etwas zu essen.
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