Bergdorf isoliert

50-Tonnen-Felsen zerstört Brücke in Vorarlberg

Österreich
29.02.2012 15:54
Spektakulärer Zwischenfall im Ländle: Ein Felsbrocken mit rund vier Metern Durchmesser und 50 Tonnen Gewicht ist am Mittwoch auf der Verbindung zwischen Dornbirn und dem Bergdorf Ebnit auf eine Brücke gestürzt. Die Brücke wurde dabei schwer beschädigt und zum Teil in die Tiefe gerissen, die Ebniter Straße ist nicht mehr passierbar.

Der Felsbrocken löste sich laut Ralf Hämmerle, Pressesprecher von Dornbirn, kurz nach 13 Uhr aus einer Felswand oberhalb der Straße. Die Abbruchstelle befand sich unmittelbar am Anfang der Ebniter Straße, direkt nach dem ersten Anstieg und der ersten Rechtskurve. Bereits im Mai 2011 war nach einem massiven Felssturz auf derselben Verbindung die 30 Meter lange Rappenlochbrücke eingestürzt. Dabei waren mehrere Tausend Kubikmeter Gestein und Geröll abgebrochen. "Die Abbruchstelle hat mit dem großen Felssturz im Rappenloch im Vorjahr aber keine Verbindung und ist somit ein völlig anderes Felssturzereignis", erklärte Hämmerle.

Bergdorf vorerst nicht erreichbar
Aufgrund der Unterbrechung der Ebniter Straße ist das Bergdorf auf 1.075 Metern Seehöhe mit seinen rund 100 Einwohnern vorerst nicht auf dem Straßenweg erreichbar. "Sollte eine bedingte Freigabe der Absturzstelle in den kommenden Tagen möglich sein, ist sowohl eine Fußgängerverbindung oder in späterer Folge eine vorläufige Straßenverbindung wieder möglich", so Hämmerle am Mittwoch. Der Landesgeologe müsse weiteres Gefahrenpotenzial erst abschätzen.

Um wie im Vorjahr die bewährte Umfahrung über Kehlegg benutzen zu können, seien noch umfangreiche Schneeräumungen sowie eine Adaptierung der Straße notwendig. Über die weiteren Schritte und Möglichkeiten werde es laut Hämmerle erst am Donnerstag Klarheit geben. "Bis dahin sind die Bewohner und Besucher von Ebnit auf sich gestellt, mit dieser Situation aber bestens vertraut."

"Eine der aufwendigsten Gemeindestraßen Europas"
Hermann Wirth vom Tiefbauamt der Stadt Dornbirn hatte im vergangenen Jahr die wildromantische Straße ins Ebnit als "eine der wohl aufwendigsten Gemeindestraßen Europas" bezeichnet. Die rund zehn Kilometer lange Strecke windet sich durch ein geologisch interessantes Gebiet, in dem große Kräfte wirken, und weist zahlreiche Brücken, Tunnel sowie labile Stellen auf. Rutschungen und Felsstürze seien speziell im Frühjahr nichts Ungewöhnliches. "Die Straße bedarf darum von unserer Seite ständiger Beobachtung, Betreuung und Instandhaltung", sagte Wirth.

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