Nur wenige Stunden nach dem Raubüberfall wurde der ÖBB-Bedienstete Harald R. am Dienstagvormittag von der Kripo befragt: "Was hätte ich tun sollen? Tut man nichts, heißt's, man zeige keine Zivilcourage. Handelt man, dann ist es auch nicht in Ordnung."
Der 54-Jährige reagiert damit enttäuscht auf die Kritik an seinem Versuch, den Täter zu entwaffnen. "Das Ganze ist ja zum Glück nochmals gut ausgegangen, denn wäre die Waffe geladen gewesen, hätte sich im Handgemenge sehr leicht ein Schuss lösen können", sagt ein Kripo-Ermittler.
"Der Räuber hat mir eins übergezogen"
Der Täter hatte R. die Waffe vors Gesicht gehalten, doch der 54-Jährige reagierte blitzschnell. Bei dem folgenden Gerangel wurde er auch vom Ehepaar unterstützt. Er erlitt eine Rissquetschwunde am Kopf: "Der Räuber hat mir eins übergezogen." Ohne die Waffe und ohne Beute konnte der Täter schließlich aus dem Kaffeehaus flüchten.
Die Flucht des Räubers dauerte jedoch nicht lange. Noch am Vormittag klickten für einen 39-Jährigen die Handschellen. Der spielsüchtige Verdächtige, der die Waffe - eine Walther PPK (weiteres Bild) - von seinem Großvater hatte, ist laut Kripo geständig. Sein Motiv: finanzielle Not. Kaffeehaus-Chefin Gudrun R. (Bild) ist überzeugt, dass der Überfall "sicher eine spontane Handlung des Räubers" war.
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