Der Steirer - "Bitte nennen Sie meinen Namen nicht!" - ist als Folge einer Krankheit seit 2008 Invalide. Er ist derart sehgeschwächt, dass er sein Umfeld nur noch verschwommen und mit einem Grauschleier erkennt. Dass er Dienstagmittag in Leoben so viel Geld abhob, hatte seinen Grund: "Ich hab' mich geärgert, dass ich von der Bank nicht mehr Zinsen bekomme, und wollte die 11.000 Euro meinem Versicherungsvertreter zur besseren Veranlagung geben."
"Geholfen hat niemand"
Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Nachdem der 46-Jährige eine Karte für die Bahnfahrt nach Hause gelöst hatte, ging er für einige Minuten ins Freie, weil er telefonieren wollte. Dabei – sicher ein großer Fehler – stellte er die graue Umhängetasche mit dem Geld auf einen Mauersims: "In dem Moment hat mich ein Mann, er sprach gebrochen Deutsch, nach dem Weg ins Zentrum gefragt. 'Dorthin', hab' ich ihm gedeutet. 'Da – über Brücke?', hat er gefragt. Plötzlich hat es neben mir geraschelt, und ein Typ hat aus meiner Umhängetasche das ganze Geld gestohlen."
"Ich hab' geglaubt, jetzt schlagen sie mich nieder", so der 46-Jährige. Er habe die Hände über den Kopf gehoben und um Hilfe geschrien: "Viele Passanten haben mich gesehen und gehört, geholfen hat niemand. Da war auch ein Parkwächter, der mit seinem Fotoapparat die Täter hätte ablichten können. Er hat nur gelacht und gemeint: 'Das geht mich nichts an.'"
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