Verwandte sahen zu

Heißluftballon ging in Flammen auf – elf Tote

Ausland
07.01.2012 14:13
Bei einem Heißluftballon-Unglück sind in Neuseeland am Samstag elf Menschen ums Leben gekommen. Der Ballon hatte bei der Landung eine Stromleitung gestreift und Feuer gefangen. Zwei der Insassen hätten noch vergeblich versucht, sich durch einen Sprung aus dem Korb zu retten. Verwandte, die ihren Angehörigen die Tickets für die Ballonfahrt geschenkt hatten und am Landepunkt warteten, mussten das Unglück hilflos mitansehen.

Die fünf Paare und der Ballonfahrer waren am frühen Morgen zu einem 45-minütigen Rundflug über der Provinz Wairarapa aufgebrochen. Das Gebiet im Süden der neuseeländischen Nordinsel ist als beliebtes Ballon-Revier bekannt.

"Als der Ballon zur Landung ansetzte, stieß er gegen die Kabel einer Stromleitung, was zur Funkenbildung im Korb führte", erklärte Polizeiinspektor Brent Register. Daraufhin sei der Ballon noch einmal kurz steil aufgestiegen, dann aber in Flammen aufgegangen und in ein Feld gestürzt.

Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen
Ein Augenzeuge berichtete, dass rund zehn Meter hohe Flammen aus dem Korb geschlagen seien. "Er kam runter wie eine Rakete", sagte David McKinlay dem neuseeländischen Rundfunk.

"Es war schrecklich", zitierte die Zeitung "New Zealand Herald" auf ihrer Internetseite eine weitere Zeugin. "Der Ballon schoss hoch in die Luft, vermutlich wegen der Hitze, und wir sahen, wie zwei Menschen heraussprangen, und alle haben geschrien", schilderte Aurea Hickland die dramatischen Ereignisse. "Und dann, als die Hülle in Flammen aufging, fiel er einfach runter."

Familienmitglieder mussten Unglück mit ansehen
Familienmitglieder, die ihren Angehörigen die Tickets für die Ballonfahrt zu Weihnachten geschenkt hatten und am Landepunkt warteten, mussten das Unglück hilflos mit ansehen.

Zwei Krankenschwestern berichteten von schrecklichen Szenen am Treffpunkt, wo die Familien warteten. Sie beschrieben einen der vielen hektischen Telefonanrufe: "Kommt her, wir brauchen euch. Mama und Papa waren in einem Ballon-Unfall. Er ist in Flammen aufgegangen. Sie sind tot."

Ermittlungen sollen Unfallhergang klären
Nach dem schrecklichen Unfall wurden nun Ermittlungen eingeleitet, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. Denn zur Zeit kann sich niemand erklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte. Immerhin war der Pilot einer der erfahrendsten des Landes und auch das Wetter war perfekt für eine Ballonfahrt, hieß es.

Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, ob die Sicherheit von Abenteuer-Touristen in Zukunft verbessert werden könne, sagte Verkehrsminister Gerry Brownlee.

Das Ballonunglück ist eine der schwersten Luftfahrt-Katastrophen in Neuseelands Geschichte seit 1979. Damals prallte das Flugzeug einer neuseeländischen Airline in den Mount Erebus in der Antarktis und riss alle 257 Menschen an Bord in den Tod.

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