Agentur macht Druck

Moody's will neun österreichische Banken prüfen

Österreich
29.11.2011 08:31
Die Ratingagentur Moody's will eine mögliche Abwertung von 87 Banken in 15 europäischen Staaten prüfen. Die meisten der zu untersuchenden Finanzinstitute lägen in Spanien, Italien, Frankreich - und Österreich, wie Moody's am Dienstag in einer Aussendung erklärte. Grund: Die Ratingagentur müsse in allen betroffenen Ländern mit fehlender Unterstützung der Regierungen für die Rettung angeschlagener Banken rechnen.

In Österreich will die Ratingagentur den Status von neun Banken untersuchen: BAWAG PSK, Erste Group, Hypo Tirol, Investkredit, Kommunalkredit, Österreichische Volksbanken, Raiffeisen Bank International, Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank und UniCredit Bank Austria. Deren Mutterfirma UniCredit soll in Italien untersucht werden.

"Die Überprüfung der Institute ist durch die Einschätzung der Agentur ausgelöst worden, dass sich innerhalb von Europa die systemische Unterstützung für nachrangige Darlehen nicht mehr ausreichend vorhersagen lässt oder zuverlässig genug ist, um eine profunde Basis für ein höheres Rating durch Moody's zu sein", teilte die Agentur mit.

In einem Bericht des "Wall Street Journal" hieß es, dass EU-Regierungen - darunter Italien und Portugal - Druck auf Banken ausüben würden, Staatsanleihen nicht zu verkaufen, obwohl diese mit steigenden Risiken verbunden seien.

Senkt Standard & Poor's Ausblick für Frankreich?
Von Standard & Poor's wiederum hieß es in einem Bericht am Dienstag, die Agentur wolle den Ausblick für Frankreichs Spitzenbonität in den kommenden zehn Tagen auf "negativ" absenken. Standard & Poor's habe schon vor einigen Tagen ankündigen wollen, dass sich Frankreichs Ausblick verschlechtere, die Ankündigung sei jedoch aus unbekannten Gründen verschoben worden, schrieb die französische Tageszeitung "La Tribune".

Der Ausblick für Frankreichs Bonitätsnote ist bei S&P derzeit stabil, allerdings gibt es an den Finanzmärkten Zweifel an der Fähigkeit der Regierung, die Schulden in den Griff zu bekommen. S&P hatte Frankreich Anfang November versehentlich herabgestuft und wenig später den Irrtum mit einer Computerpanne begründet.

Französische Staatsanleihen verbuchten zuletzt herbe Wertverluste. Doch auch Zweifel an der Reformfähigkeit des Landes haben die Refinanzierungskosten in die Höhe getrieben. Die beiden S&P-Konkurrenten Fitch und Moody's haben Frankreich bereits gewarnt, dass es sein "AAA"-Rating im Sog der Schuldenkrise verlieren könne.

Fitch: Schuldenstreit gefährdet "AAA"-Rating der USA
Indes hat Fitch - wie angedroht - den Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit der USA von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Agentur begründete den Schritt am Montag mit dem anhaltenden Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern im US-Kongress. Damit gebe es eine Chance von etwas mehr als 50 Prozent, dass die Bewertung des Landes - derzeit noch die Bestnote "AAA" - in den kommenden zwei Jahren herabgestuft werde.

Fitch nannte als Hintergrund der Entscheidung auch das unsichere Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft. Solange die wirtschaftlichen Kapazitäten nicht ausgelastet würden und die Arbeitslosigkeit hoch bleibe, steige das Risiko, dass Produktionsverluste und Steuerausfälle höher als bisher erwartet ausfallen könnten.

Die Staatsverschuldung der USA war zuletzt auf mehr als 15 Billionen Dollar (11,3 Billionen Euro) angewachsen, was rund 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Ein solch hoher Schuldenstand würde eine Reaktion der US-Regierung auf künftige Krisen erschweren. Im Sommer war das Land nur knapp der Zahlungsunfähigkeit entgangen, weil Demokraten und Republikaner im Kongress sich wochenlang über die Anhebung der Schuldenobergrenze stritten. Ein überparteilicher Kongressausschuss, der einen Plan zur Haushaltssanierung ausarbeiten sollte, beendete seine Mission vergangene Woche ohne Ergebnis.

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