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Was eine Sauerei ist | „Kleinpartei-Turbulenzen“

Was eine Sauerei ist. Jetzt ist es auch schon wieder eine Woche her, dass die Sozialdemokraten und der größere Rest des Landes glaubten, dass Hans Peter Doskozil neuer Parteiobmann der SPÖ sei. Es war knapp nach halb vier am Samstag, als die mittlerweile zu ungeahnter und ungewünschter Bekanntheit gelangte Michaela Grubesa beim Parteitag in Linz verkündete, dass der burgenländische Landeshauptmann die Mehrheit der Delegiertenstimmen gewonnen habe. 48 Stunden später trat Grubesa wieder vor die Öffentlichkeit, um zu verkünden, dass sie sich mitsamt der 19-köpfigen Wahlkommission geirrt habe. Falsch ausgezählt, falsch zusammengerechnet, falsch in Excel-Tabellen eingetragen - wie auch immer: Diese Fehlleistung steht ohne Beispiel da. Diese Fehlleistung ließ das Land und vor allem Hans Peter Doskozil zwei Tage lang im falschen Glauben, er sei neuer Parteichef. Und Andreas Babler im falschen Glauben, er habe verloren. In der „Krone“ haben wir das unfähige Grubesa-Zählkommando, in dem so illustre Personen sitzen wie der aktuelle Bundesratspräsident oder die SPÖ-Klubobfrau im oberösterreichischen Landtag daher „Kommission des Versagens“ genannt und die Personen präsentiert. Die Nachfolgerin der zurückgetretenen Kommissions-Sprecherin Grubesa, Klaudia Frieben, eine hohe Gewerkschaftsfunktionärin, pudelte sich darüber auf. Sie twitterte: „Spinnt ihr? Das ist Rufschädigung an unbescholtenen Menschen! So eine Sauerei!“ Sehr geehrte Frau Frieben: Die Rufschädigung haben schon Sie selbst zu verantworten - nämlich eine schwere Rufschädigung an Ihrer nicht ganz unbescholtenen SPÖ und auch eine Rufschädigung an ganz Österreich. DAS ist eine Sauerei! Und zwar eine, die Sie und ihre Mit-Versager zu verantworten haben. Das Land wartet auf den Rücktritt aller Kommissionsmitglieder. Er ist alternativlos.

 

„Kleinpartei-Turbulenzen“. Was die SPÖ in den vergangenen Wochen geliefert hat - manches davon ist historisch. Noch nie gab es eine Abstimmung über die Parteispitze, seit den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts auch keine Stichwahl unter zwei Kandidaten. Aber vor allem noch keine Parteitagswahl, bei der ein dramatisch falsches Ergebnis verkündet wurde. Über manches davon werden noch unsere Kinder und Kindeskinder reden. Oder zumindest jene der handelnden Personen. Kein Wunder, wenn wir daher in der „Kronen Zeitung“, auf krone.at und krone.tv umfangreich darüber berichten. Das findet enorm viel Interesse, wie die Online-Zugriffszahlen, die Unmengen an Postings und die Fülle an Leserbriefen beweisen. Aber es sind auch kritische Stimmen dabei. „Sehr geehrter Herr Chefredakteur, wochenlang nur Berichte über die Turbulenzen einer Kleinpartei sind langsam genug. Das Wort ,Babler‘ kann man nicht mehr hören.“ Das schrieb ein „Krone“- und Newsletter-Leser unter dem Pseudonym „Kakra“. Tja, lieber Herr oder liebe Frau „Kakra“! Sie wissen wie wir, dass die SPÖ keine Kleinpartei ist - bisher. Und wir wissen, wie sehr die mit dem Wort Turbulenzen nur unzureichend beschreibbaren Vorgänge bei den Sozialdemokraten die Menschen im Land (und die Medien in der halben Welt) beschäftigen. Aber, liebe Frau, lieber Herr „Kakra“, Sie schreiben auch: „Es gibt sicher andere Themen, die berichtenswert wären.“ Da haben Sie völlig recht. Und wir haben in den vergangenen Wochen auch eine Fülle von Themen jenseits des SPÖ-Theaters behandelt. Aber innenpolitisch überlagerte die SPÖ eben alles andere.Das hat unser satirischer „Herr Nimmerwurscht“ sehr treffend auf den Punkt gebracht, indem er textete: „Sie SPÖ ist zuletzt im Chaos versunken, aber warum ist die Regierung seit Wochen untergetaucht?“ Jetzt wagt diese sich wieder aus der Deckung. Gestern kündigten Kanzler Nehammer und Gesundheitsminister Rauch eine große Gesundheitsreform an, bei der vor allem Maßnahmen gegen den Ärztemangel im Vordergrund stehen sollen. Unter anderem, so die Ansage, soll es bis Ende des nächsten Jahres 500 neue Kassenärzte geben. Da ist unser journalistischer Scheinwerfer aufgedreht, wir werden uns genau anschauen, ob diese Versprechen von Türkis-Grün eingehalten werden. Aber die Roten lassen wir deshalb auch nicht untertauchen. 

Kommen Sie gut durch den Sonntag!

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