Grüne warnen

"Klimakatastrophe ist schlimmer als Wirtschaftskrise"

Österreich
19.11.2011 18:34
Vor 25 Jahren schafften die Grünen erstmals den Sprung ins Parlament. Seitdem haben sie sich auf mehr als zehn Prozent Stimmenanteil hochgearbeitet, doch seit Langem stagniert der Wert - die Regierungsbeteiligung im Bund blieb bisher nur ein Traum. Im "Krone"-Interview spricht Parteichefin Eva Glawischnig über Korruption, Wahlziele und die Klimakatastrophe.

"Krone": Die Grünen waren einst DIE Öko-Partei Österreichs. Mittlerweile haben sie in diesem Bereich an Terrain verloren, da auch alle anderen Parteien für den Umweltschutz sind. Müssen Sie sich neu positionieren?
Eva Glawischnig: Der Umweltschutz ist bis heute unser wichtigster Auftrag, aber natürlich gibt es auch andere Themen. Außerdem ist das doch ein Erfolg für uns, wenn sich nun alle für die Natur einsetzen. Und es wird neue Umweltprobleme geben, wo wir Vorreiter sein werden.

"Krone": Die UNO-Klimakonferenz steht vor der Tür, doch die Erwartungen sind gering. Hat der Gipfel noch eine Chance?
Glawischnig:
Es schaut leider nicht sehr gut aus. Fakt ist, dass die Klimakatastrophe viel schlimmer ist als die Wirtschaftskrise. Wenn nichts geschieht, wird uns das viel mehr kosten, gerade Österreich ist bei der Erderwärmung sehr verletzlich.

"Krone": Die Grünen sind die einzige Partei, die nicht im Korruptionssumpf steckt. Wieso schaffen Sie es nicht, dass sich das auch in Wählerstimmen niederschlägt?
Glawischnig: Bei der letzten Wahl hatten wir zehn Prozent, jetzt sind es 13 bis 15. Mir ist ein langsames, stabiles Wachstum lieber als ein Jo-Jo-Effekt. Wir werden im U-Ausschuss schonungslos für Aufklärung sorgen, um das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen. Das nächste Wahlziel liegt deutlich über 15 Prozent.

"Krone": In Wien gibt es für die mitregierenden Grünen viel Kritik wegen der kräftigen Teuerung bei den Parkgebühren.
Glawischnig: Der Platz in der Stadt ist knapp. Wir wollen den Städten die Lebensqualität wieder zurückgeben, dafür braucht es weniger Autos.

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