18.11.2011 15:01 |

Gefahr für Jogger

Mediziner schlagen Alarm: Feinstaub-Belastung ist enorm

Gewaltige Staubwolken hinter Tramway-Zügen, Lkws und Pkws, dazu noch Nebel: Der Schmutz auf den Straßen von Österreichs Ballungszentren wie etwa Wien, Graz oder Innsbruck erhöht die Feinstaub-Belastung derart, dass nun bereits Lungenfachärzte den Joggern zum Pausieren raten. Wiens Umweltstadträtin dementiert, dass zu wenig gekehrt wird: Das Wetter und die Nachbarländer seien schuld.

"Atemnot oder auch Husten bis zu einem nötigen Spitalsaufenthalt, dazu langfristig erhöhtes Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko – das alles kann jetzt durch diese hohe Feinstaub-Belastung verursacht werden", warnt Sylvia Hartl, Lungenfachärztin am Otto-Wagner-Spital, nun alle Stadtbewohner vor Sport im Freien. Und auch der Grazer Lungenfacharzt Hans Zach meint: "Momentan rate ich auch dringend vom Sport im Freien ab."

So sei etwa besonders das Joggen aufgrund der akuten Luftverschmutzung in dieser aktuell langen Trockenperiode (siehe Infobox) "sicher noch mehrere Tage" zu vermeiden: Die Staubbelastung ist dreimal so hoch wie der Grenzwert. Täglich zeigt der Luftgütebericht, dass die Umweltsituation "sehr schlecht" sei. Besonders oft liefert etwa die Messstelle in der Taborstraße in Wien die höchsten Feinstaub-Werte. In Graz wurde der erlaubte Feinstaub-Grenzwert am Freitag bereits zum sechsten, in Leibnitz (Steiermark) gar zum siebenten Mal in Folge überschritten.

Dass die Reinigungsfahrzeuge derzeit viel zu selten im Einsatz sind, wird von Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima bestritten: "Wir kämpfen auf allen Ebenen gegen den Feinstaub. Aber es ist ohnehin dokumentiert, dass zwei Drittel der Feinstaubbelastung aus Nachbarländern zu uns transportiert werden. Und der Regen, der den Feinstaub aus der Luft wäscht, fehlt uns jetzt."

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