Tamandl ließ über einen Sprecher ausrichten, dass die Personalpolitik der Wiener ÖVP nicht in der Öffentlichkeit geführt werde und sich die meisten auch daran halten würden. Daher werde auch eine Anfrage an Karas nicht kommentiert: "Aufgrund der Tatsache, dass wir die Debatte nicht öffentlich führen, kann man das jetzt weder bestätigen noch dementieren."
Es werde mit "diversen" Personen geredet, jedoch: "Die Personalpolitik wird nicht öffentlich gemacht." Aus dem Umfeld von Kammerpräsidentin Jank, die derzeit dienstlich im Ausland weilt, wurden allerdings entsprechende Gespräche bestätigt. Darüber hinaus wolle man die Sache aber ebenfalls nicht kommentieren, hieß es.
Karas stellt Bedingungen für Chefposten-Übernahme
Unterdessen bestätigte Karas-Sprecher Daniel Köster, dass Tamandl und Jank an den Delegationsleiter herangetreten seien. Für einen möglichen Wechsel stellte Karas Bedingungen, die personeller, organisatorischer und programmatischer Natur seien, erklärte der Sprecher. Auf Details ging er jedoch nicht ein. Außerdem gelte es zu bedenken, dass Karas beim Wechsel an der Spitze des Europaparlaments vom konservativen Jerzy Buzek zum sozialdemokratischen Martin Schulz im nächsten Jahr große Chancen auf einen Posten als Vizepräsident des EU-Parlaments habe.
Befragt, ob ein Wechsel von Karas nach Wien auch damit zusammenhänge, dass er in der Bundespartei derzeit nicht allzu gut angeschrieben ist und er möglicherweise neuerlich bei der nächsten EU-Parlamentswahl in drei Jahren nicht als Spitzenkandidat der ÖVP aufgestellt wird, wollte der Sprecher nicht eingehen. Karas selbst wollte sich zu den Spekulationen am Donnerstag nicht äußern. Jedenfalls dürfte einiges auch von der Konstellation an der Spitze der Bundes-ÖVP abhängen. Bis zur Nationalratswahl 2013 könnte sich hier noch einiges ereignen.
Karas hatte bei den EU-Wahlen 2009 die meisten Vorzugsstimmen bekommen. Dies wurde auch als Protest der ÖVP-Anhänger angesehen, nachdem ihm Ernst Strasser als Spitzenkandidat vorgezogen worden war. Nach dem unrühmlichen Abgang von Strasser wegen der Korruptionsaffäre im März des Jahres kehrte der 53-jährige Karas als Delegationsleiter an die Spitze der ÖVP-Europaabgeordneten zurück (siehe Infobox).
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