Eine Delegation aus Wels besuchte Tallinn, um sich in Estlands Hauptstadt wichtige Ratschläge für eine Digitalisierungsoffensive zu holen. Der baltische Staat gilt als Vorreiter in diesem Bereich und lockt deshalb jedes Jahr viele Reisegruppen an.
Estland zählt in Sachen Digitalisierung zu den Top-Nationen. 99 Prozent aller staatlichen Dienstleistungen sind online möglich, nur bei einer Scheidung muss das Paar persönlich beim Amt erscheinen. Auch das soll sich bis 2024 ändern. Pro Jahr reisen deshalb rund 400 Delegationen aus aller Welt in den baltischen Staat, um sich von der digitalen Verwaltung ein Bild zu machen. Auch der Welser Stadtsenat reiste kürzlich nach Tallinn – und kehrte beeindruckt zurück.
Mehr als Hälfte wählt online
99,6 Prozent aller Bankgeschäfte werden in Estland online erledigt. Etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten hat zuletzt digital das Kreuzerl abgegeben. Mit einigen wenigen Mausklicks kann eine Firma gegründet, der Hauptwohnsitz geändert oder ein Medikament bestellt werden.
Völlige Transparenz ermöglicht
Möglich macht das unter anderem ein verpflichtender elektronischer Personalausweis und eine sehr gute Vernetzung aller Behörden. Mit völliger Transparenz schafften es die Esten, Sorgen und Ängste rund um den Datenschutz in den Hintergrund zu rücken. Jeder Staatsbürger kann auf seinem Portal einsehen, wer sich nach ihm „erkundigt“ hat. Missbrauch wird rigoros bestraft. Ärzte oder Polizisten sollen wegen Verstößen ihre Lizenzen und Jobs verloren haben.
Kritik an Regierung
„Einige der vorgestellten Bereiche der digitalen Verwaltung haben wir auch in Wels. In Estland sind die Behörden aber besser miteinander verbunden, vieles geht einfacher. Da ist leider die Bundesregierung seit Jahren säumig und es passiert nichts“, stellt der Welser FP-Bürgermeister Andreas Rabl fest.










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