Wegen Regen flogen steirische Bienen heuer selten aus: Imker büßen bei Blütenhonig komplett ein. Wie es mit dem Ertrag weitergeht, entscheidet das Wetter - auch in der Landwirtschaft.
Heuer haben Bienen ihren Nektar wortwörtlich im Regen stehen gelassen, die Sammler verlassen ihr Nest nämlich nur bei Schönwetter: „Und jetzt ist die Blüte von Löwenzahn und Obstblütlern vorbei“, weiß Werner Kurz, Chef des steirischen Bienenzucht-Verbands. Fazit: „Bei Blütenhonig haben wir eine Nullernte.“
Obersteiermark als Retter?
Einzig die Obersteiermark birgt Hoffnung: „Dort blüht alles später.“ Mit Einbußen von bis zu 30 Prozent ist dennoch zu rechnen - so viel macht Blütenhonig in der Steiermark-Ernte in etwa aus.
Die Blüte von Löwenzahn und Co. ist vorbei, weshalb Bienen sie bei schönem Wetter nicht mehr nutzen können, keinen Honig damit mehr erzeugen. Wenn es warm bleibt, hoffen wir auf Waldhonig.
Werner Kurz
„Zum Glück hatten wir im Vorjahr aber mehr.“ Die Lager sind also noch voll. Für die Imker selbst habe es wesentliche mehr gekostet: „Wir mussten die Bienen mit Zucker füttern, damit sie nicht verhungern.“
Zweierlei sonnige Aussichten
Nun hoffen sie auf Waldhonig, dazu hätte man jetzt einen Monat Zeit: „Die Insekten, die den dafür benötigten Honigtau erzeugen, müssen sich erst regenerieren, Kolonien bilden.“
Einen Temperaturabsturz wird es nicht mehr geben. Auch wenn die große Hitze ausbleibt, klettern Temperaturen langsam nach oben. Der Regen wurde aber eingebremst, das Tief ist nun weit weg.
Friedrich Wölfelmaier
Das Wetter muss dafür mitspielen. Geosphere-Meteorologe Friedrich Wölfelmaier überbringt gute Nachrichten: „Heute und morgen wird es sehr warm und sonnig, in der Obersteiermark sogar bis zu 26 Grad.“ Im Norden beginnend kühlt es Mitte der Woche zwar wieder auf 20 Grad ab, aber: „Ein Temperaturabsturz ist nicht mehr zu erwarten. Die Hitze bleibt noch aus, der große Regen ist aber vorbei!“ Gewitter kann es immer wieder geben.
Regen bremste Borkenkäfer und lässt Getreide gedeihen
Dass es nicht gleich so trocken wird, freut die Natur und die Imker: „Dadurch könnte es im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr Waldhonig geben“, sagt Kurz. Borkenkäfer wurden durch den Regen bereits ausgebremst.
Auch die Landwirtschaft freut sich auf Sonne: Die Aussaat von Käferbohnen und Sonnenblumen steht an. Ein Neuanbau von Soja und Kürbis sei laut Kammer teuer, es kommt leider zu Ausfällen. Die Erdbeer-und Spargelernte verzögert sich etwas, Wintergetreide und Grünland kann sogar besonders gut gedeihen.
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