Um 3,9 Prozent

Arbeitslosigkeit im Oktober weiter angestiegen

Österreich
01.11.2011 11:09
In Österreich steigt die Arbeitslosigkeit weiter an. Im Oktober ist die Zahl der Menschen ohne Job um 3,9 Prozent oder 8.869 auf 235.006 Betroffene angewachsen. Rückläufig waren im Jahresabstand hingegen die Schulungen: Ihre Zahl ist um neun Prozent oder 6.454 auf 65.373 Kurs- und Schulungsteilnehmer gesunken. Sozialminister Rudolf Hundstorfer sieht derzeit noch keine Jobkrise.

Wie das Sozialministerium am Dienstag mitteilte, ist in Österreich nach 19 Monaten sinkender Werte damit erstmals auch die Arbeitslosenzahl inklusive Schulungsteilnehmer angestiegen - um 0,8 Prozent auf 300.379 Menschen.

Nach Ministeriumsangaben lag die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition bei 6,4 Prozent. Nach der anders berechneten Eurostat-Definition lag die Quote - allerdings noch laut September-Berechnung - bei 3,9 Prozent, wonach Österreich erneut mit der niedrigensten EU-Quote Platz eins einnahm (vor den Niederlanden mit national 4,5 Prozent, EU-Durchschnitt 9,7 Prozent) und als einziges Land auf weniger als vier Prozent kam.

Österreich sei auch bei der Jugendarbeitslosenquote mit 7,1 Prozent an erster Stelle und überhole damit die Niederlande (acht Prozent). Im europäischen Durchschnitt sei die Jugendarbeitslosigkeit drei Mal so hoch wie in Österreich, sie betrage im Europaschnitt nicht weniger als 21,4 Prozent, so das Ministerium.

Hundstorfer: Konjunkturdelle, doch keine Jobkrise
Trotz steigender Arbeitslosenzahlen sieht Sozialminister Hundstorfer keine Anzeichen für eine Jobkrise. Dass die Arbeitslosenzahlen vor allem in der Leiharbeitsbranche zuletzt stark angestiegen sind, belegt für das Sozialministerium lediglich die vorausgesagte "Delle" im Wirtschaftswachstum.

Die Situation am Arbeitsmarkt sei jetzt im Herbst wieder etwas schwieriger geworden, erklärte Hundstorfer. "Sollten sich das wirtschaftliche Umfeld und die Bedingungen am Arbeitsmarkt weiter eintrüben, sind wir vorbereitet", betonte der Minister. Zusätzlich zum gleichbleibenden AMS-Budget für das Jahr 2012 könnten dann nochmals 24 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik ("Aktivierungsbeihilfe") lukriert werden.

Zudem stehe das Instrument der Kurzarbeit uneingeschränkt zur Verfügung, die Bildungskarenz konnte unbefristet verlängert werden. Vor allem auf den jetzt registrierten Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Branche der Arbeitskräfteüberlassung, die hauptsächlich niedrigqualifizierte junge Männer betreffe, sei mit der Jugendstiftung neu ("JUST Implacement") reagiert worden, die hauptsächlich Lehrabschlüsse biete.

Trotz der deutlich gestiegenen Arbeitslosenzahlen im Oktober steige die Beschäftigtenzahl weiter an. Von einer Krise am Arbeitsmarkt wie 2008 und 2009 "kann man daher nicht sprechen", so Hundstorfer. Zumal Österreich trotz der Eintrübung europaweit die besten Jobdaten aufweise - neben der Gesamtarbeitslosigkeit nun auch bei der Jugendarbeitslosigkeit.

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