Kfz unter der Lupe

Sportflitzer und Mähdrescher auf dem Prüfstand

Niederösterreich
09.05.2023 06:04

Vom Wohnmobil bis zum getunten BMW: In den sechs Kfz-Prüfstellen des Landes werden jährlich Tausende Fahrzeuge akribisch begutachtet. Es geht um Sicherheit, viele Lenker kommen aber nicht freiwillig dorthin.

Autotuner, Sportwagen-Liebhaber, Landwirt oder gewöhnlicher Kfz-Besitzer: Die Bandbreite an Klienten, die die sechs Kfz-Prüfstellen des Landes aufsuchen, ist groß. Viele kommen dorthin, um die Zulassung ihrer Fahrzeuge nicht zu verlieren, andere, um sie überhaupt erst zu bekommen. Das Aufgabengebiet der 75 Mitarbeiter ist dementsprechend ebenso groß.

Immer wieder kommen den Mitarbeitern kuriose Umbauten unter, die teilweise die Sicherheit auf der Straße massiv gefährden. (Bild: Imre Antal)
Immer wieder kommen den Mitarbeitern kuriose Umbauten unter, die teilweise die Sicherheit auf der Straße massiv gefährden.

Von der Polizei
Im Vorjahr wurden 4200 Einzelgenehmigungen durchgeführt und 6750 Änderungen an Fahrzeugen eingetragen. Oftmals kommen die Lenker nicht aus eigenem Antrieb. Von der Polizei werden hauptsächlich jene geschickt, die illegal herumgeschraubt haben. Sie können diese Teile dann - sofern zulässig - im Zulassungsschein eintragen lassen oder müssen sie rückbauen. „Die Tuningszene hat in den letzten Jahren massiv zugenommen“, weiß Patrick Zwölfer von der Prüfstelle in St. Pölten.

Dabei sind den erfahrenen Mitarbeitern schon viele nicht nur kuriose, sondern vor allem gefährliche Sachen untergekommen. „Da wird viel selbst gebaut. Das sind zwar spannende Konstruktionen, oft aber alles andere als sicher“, so Zwölfer, der betont, dass man sich schon im Vorfeld auf den Prüfstellen erkundigen könne, was legal sei und was nicht. „So erspart man sich danach den Ärger. Es haben sich nämlich manchmal schon Dramen abgespielt, wenn jemand viel Geld in einen unerlaubten Umbau investiert und die Nachricht erhält, dass er nun alles wieder abmontieren muss.“

Patrick Zwölfer im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Thomas Werth. (Bild: Imre Antal)
Patrick Zwölfer im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Thomas Werth.

Von der Bezirkshauptmanschaft
Die Bezirkshauptmannschaft schickt indes stichprobenartig Autos zur Kontrolle, die älter als zwölf Jahre alt sind. „Wir checken dann nicht nur diese Fahrzeuge, sondern indirekt auch jene Werkstätten, die ihnen das Pickerl ausgestellt haben. Gibt es beispielsweise starke Durchrostungen, dann müsste der Mangel auch schon beim Pickerl aufgefallen sein“, so Zwölfer. Er betont dabei aber auch, dass ältere Fahrzeuge nicht automatisch schwerere Mängel haben. Gibt es aber welche, so wird mit den Besitzern die Liste besprochen und Tipps zur weiteren Vorgehensweise gegeben. 

Mähdrescher und Wohnmobile
Zusätzlich stehen Fahrzeuge auf dem Prüfstand, die über keine EU-Betriebserlaubnis oder über keine Bauartgenehmigung verfügen. Zu Ersteren zählen Sportwagen-Importe aus dem arabischen Raum, wo es beispielsweise andere Abgasnormen gibt als bei uns. „Der gleiche Ferrari dort ist nicht baugleich mit dem Modell, das es bei uns gibt“, erklärt Zwölfer. Zu Letzteren große landwirtschaftliche Maschinen wie Mähdrescher oder viele Wohnmobile, für die jeweils Sondergenehmigungen notwendig sind. „Gerade die Zahl der Wohnmobile ist in Corona-Zeiten explodiert. Viele verbinden sie mit Freiheit, man ist flexibel“, so Zwölfer.

Viele weitere Aufgaben
Außerdem sind die Mitarbeiter auch unterwegs. Etwa bei Prüfzügen mit der Polizei, wo bei Schwerpunkten Autotuner oder Gefahrenguttransporter unter die Lupe genommen werden. Außerdem kontrollieren sie auch stichprobenartig Werkstätten und erstellen fahrzeugtechnische Gutachten für Erstbehörden oder das Landesverwaltungsgericht.

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