Die Schweiz hat Österreich in der vergangenen Saison den Status als „Skination Nummer eins“ eindrucksvoll abgeluchst! Mit Marco Odermatt haben die Eidgenossen zudem den neuen Superstar und in ihren Reihen und auch bei den Damen glänzen Gut-Behrami, Sutter, Holdener und Co. Nun will man die Schweizer mit ihren eigenen Waffen schlagen.
„Ich freue mich riesig, dass ich diese Chance bekomme“, jubelte die 18-jährige Lecherin Leonie Zegg, als sie Ende vorigen Woche erfuhr, dass sie zwar keinen Platz im Ski-Austria-Kader bekommt, im Winter 2023/24 aber in der neu geschaffenen „Fördergruppe“ trainieren darf. „Ich wusste, dass meine Riesentorlauf-Resultate noch zu wenig gut sind, um in den Kader zu kommen. In den Speeddisziplinen habe ich aber mein Potenzial unter Beweis gestellt.“
Ex-Weltcupcoach Harzl an Bord
Doch was ist diese „Fördergruppe“? Unter der Leitung von Georg Harzl, der in der vorigen Saison noch die österreichischen Weltcup-Technikerinnen betreute und dem - zuletzt für den bayrischen Skiverband tätigen - Tiroler Gerhard Günther sollen junge Athletinnen aus ganz Österreich an die Ski-Austria-Kader herangeführt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt - aber auch Slalomspezialistinnen wie die Oberländerin Filippa Acker werden punktuell betreut.
Zu viele Trainerwechsel
„Ich halte viel von dem Projekt - gerade für Sportlerinnen zwischen 19 und 21 Jahren kann da ein gut aufgestelltes Training geboten werden“, sagt Walter Hlebayna, Präsident des Vorarlberger Skiverbands und erinnert sich: „Bereits im Winter 1984/85 war ein gewisser Robert Zoller Teil einer Fördergruppe - bei der WM in Bormio holte er dann im Slalom Bronze.“
Auf Österreich umlegen
Grundsätzlich mahnt Hlebayna allerdings dazu, generell die Nachwuchsarbeit zu überdenken. „Gerade bei den 14- bis 19-Jährigen gibt es zu viel Selektionierung“, so der Lecher. „Wir müssen schauen, dass hier nicht so viele Trainerwechsel stattfinden, damit die Sportlerinnen und Sportler sich kontinuierlich entwickeln können.“ Darum sollen, rund um die Schwerpunkte-Schulen wie in Stams oder Gastein, vom österreichischen Skiverband gemanagte Leistungszentren aufgebaut werden. „Von der Idee her ist mit den Schweizer Nachwuchsleistungszentren vergleichbar“, bestätigt Hlebayna. „Allerdings gilt es, das Ganze auf die österreichischen Gegebenheiten umzulegen.“
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