Dichter war Antisemit

„Hoamatland“-Streit: Stelzer will Hymne behalten

Oberösterreich
24.04.2023 18:30

Braucht unsere Landeshymne einen neuen Text? Die Interessenvertretung der Schriftsteller verlangt das, weil ihr Schöpfer, der Dichter Franz Stelzhamer, ein „radikaler Antisemit“ war. LH Thomas Stelzer will jedoch nichts ändern.

„Hoamatland, Hoamatland, di han i so gern!“ Geht es nach dem Schriftstellerverband IG Autorinnen Autoren, sollen diese Zeilen nicht mehr gesungen werden. Die Interessenvertretung will die oberösterreichische Landeshymne neu texten lassen. Denn ihr Verfasser, der Dichter Franz Stelzhamer, sei ein „radikaler Antisemit“ gewesen, der sogar den Genozid an den Juden befürwortet habe. Die Strophen der 1841 geschriebenen Hymne sollen daher in Mundart neu verfasst werden – nur die Musik könne gleich bleiben.

„Kein verwerfliches Wort“
Das fordern die Autoren einmal mehr in einem Brief, der der „Krone“ vorliegt, von LH Thomas Stelzer (ÖVP). Der angesprochene Landeschef sieht hingegen keinen Handlungsbedarf. Die Texte von Franz Stelzhamer seien bereits 2010 thematisiert und die Geschichte der Landeshymne kritisch aufgearbeitet worden. „Im Übrigen verbindet niemand in OÖ unsere Hymne mit Antisemitismus. Man findet darin auch kein verwerfliches Wort. Daher gibt es für mich keinen Grund für eine Änderung.“

Weitere Hymnen am Pranger
Das „Hoamatland“ ist nicht der einzige Landeshymne, die die IG Autorinnen Autoren kritisiert. Auch jene von Niederösterreich, Kärnten und Salzburg seien historisch belastet. Die Mozartstädter bräuchten überhaupt eine komplette Neufassung, denn der Komponist „brüstete sich damit, illegales NS-Parteimitglied gewesen zu sein.“

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