Vor dem Schlagerspiel in der Bundesliga zwischen Verfolger Sturm und Meister Salzburg traf sich die „Krone“ mit Sturm-Trainer Christian Ilzer. Ein Gespräch über die Bullen-Dominanz als Motivationsfaktor, eine gefährliche Außendarstellung vor dem Hit und ein Versprechen seitens des Trainers.
„Krone“: Christian, dein drittes Jahr bei Sturm - und ihr habt zwei Titelchancen! Überrascht, wie schnell all das so aufgeht?
Christian Ilzer: Zwei Titelchancen haben wir jedes Jahr am Beginn (lacht). Klar, wir haben gesagt, wir wollen in drei Jahren international spielen, und jetzt ist alles schneller gegangen. Wir analysieren immer das letzte halbe Jahr, schauen, wo man nachjustieren muss, wo Dynamik verloren gehen kann. Da ist es beeindruckend, was die Jungs trotz aller Widrigkeiten - Verletzte, der Höjlund-Abgang, der enge Spielplan im Europacup - leisten.
Wie kann man mit der Herausforderung Salzburg als Gegner umgehen?
Man kann bejammern, dass es eine Übermannschaft in Österreich gibt und sagen, ich gewinne nie und es ist fast unmöglich, einen Titel zu holen. Oder man will näher herankommen. Wir wollen nicht Salzburg zum Rest Österreichs runterholen, sondern wir wollen nach oben, wo Salzburg ist! Das ist der Kick. Dabei sind keine Fehler erlaubt, denn die Bullen sind auf Champions-League-Niveau.
Salzburg hat eine Benchmark gesetzt und sie heben das Limit in Österreich. Wenn du auf diese Höhe willst, musst du dich strecken. Wir wollen zu ihnen nach oben.
Sturm-Trainer Christian Ilzer
Sturm agiert mit vielen Spielern mit Bullen-Vergangenheit? Eine bewusste Kopie?
Dort spielen Dedic und Adamu, die Grazer Vergangenheit haben (grinst). Nein, wir haben unseren Spielstil, unsere Herangehensweise. Ich hab Raute gespielt, als Jaissle (Anm. Salzburg-Trainer) noch nicht in der Liga war. Und unter Jesse Marsch hat Salzburg auch anders gespielt. Wir haben ähnliche Ideen, die wir über Jahre entwickelt haben. Spieler wie Prass oder Gazibegovic wissen, wie wir spielen. Und wir haben gewusst, was sie können. Die hätten wir auch geholt, wenn sie nicht bei Salzburg gewesen wären.
Du hast in einem Interview einen Wechsel in Österreich ausgeschlossen. Auch zu Salzburg. Voreilig?
Ich kann nicht sagen, was in fünf oder zehn Jahren ist. Aber jetzt ist auch ein Wechsel zu Salzburg ausgeschlossen. Um kein Geld der Welt. Ich würde nie für Geld wo hingehen. Ich weiß, was ich an Sturm habe. Aber ich werde mich auch nie verschließen, wenn extreme Angebote kommen, mit denen ich mich befassen muss. Österreich ist nicht das Ende der Fahnenstange. Aber es muss schon was Spezielles sein. Innerhalb Österreichs gibt‘s jetzt keinen Wechsel von Sturm. Außer man haut mich hier raus (lacht laut).
Ist Salzburg nach zuletzt ausbleibenden Ergebnissen geschwächt?
Eines ist sicher: Salzburg zittert nicht! Die haben ein Spiel verloren! Auch wenn Spieler ausfallen. Wenn wir das kompensiert haben, schafft das Salzburg allemal. Es ist mir nicht recht, wenn man sie medial kleinredet, das macht die Situation gefährlich. Wir wissen, was wir kriegen und dürfen uns nicht ablenken lassen.
Sturm hat sich in den letzten drei Jahren unter deiner Führung verändert. Wie sehr hat sich Christian Ilzer verändert?
Ich kann immer noch ganz entspannt durch die Stadt spazieren (grinst). Ja, man kennt mich, aber ich muss mich in Graz nicht verstecken. Graz war als Kind und als Student meine Stadt. Und das ist sie auch jetzt. Der Umstand, dass meine Familie, die in Wien ist, nicht bei mir ist, macht es speziell, da muss man seine Komfortzone verlassen. Aber ich hab die volle Rückendeckung von meiner Frau. Was den Aufwand betrifft, betreibe ich einen intensiven seit 30 Jahren, seit ich Trainer bin. Diese Arbeitermentalität hab ich immer gehabt. Das tragen mein Trainerteam und die Mannschaft mit. Und damit können sich die Fans auch identifizieren.








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