Nach Pensionsreform
Macron will Frankreich heilen, erntet Buhrufe
Nach den monatelangen Protesten in Frankreich gegen die Pensionsreform hat Präsident Emmanuel Macron ein 100-Tages-Programm ausgerufen, um das Land zusammenzuführen und die Wunden zu heilen. Das wird aber für Macron keine leichte Aufgabe sein, die Wut im Land ist groß. Das spürte der Staatschef am Mittwoch bei einem Besuch des elsässischen Ortes Sélestat. Er ist gründlich ausgebuht worden.
„Macron, Rücktritt“, riefen Demonstranten. Der Präsident gab sich ruhig und betonte mehrfach, dass die Reform nötig sei. „Die Menschen sollen ihre Meinung frei äußern können, aber das Land muss vorankommen“, sagte der 45-Jährige. „Es gibt Menschen, die nicht zufrieden sind, aber ich werde ihnen nicht ausweichen“, erklärte Macron. Er versprach erneut, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Einige Menschen zeigten sich erfreut, den Präsidenten aus der Nähe zu sehen und baten ihn um Selfies. Doch die Protestrufe im Hintergrund rissen während des etwa zehn Minuten dauernden Bades in der Menge nicht ab.
Der Präsident hatte in einer TV-Ansprache am Montag versucht, nach der umstrittenen Rentenreform neue Themen zu setzen. Die Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen, während der Rede mit Kochtöpfen Lärm zu schlagen - eine neue Protestform, die bei Macrons Besuch im Elsass fortgesetzt wurde.
Projekt-Marathon bis zum Nationalfeiertag
In den kommenden hundert Tagen bis zum Nationalfeiertag am 14. Juli will Macron mehrere Projekte angehen, die den Alltag der Franzosen verbessern sollen, unter anderem eine Schulreform und eine bessere Organisation der Notversorgung in den Krankenhäusern.







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