In Tirol und Vorarlberg regt sich Unmut gegen Pläne der Deutschen Bahn zur Sanierung des „Deutschen Ecks“. Die geplanten Sperren würden den Bahnverkehr in die beiden Bundesländer sehr beeinträchtigen, auch an reisestarken Frühjahrswochenenden. Die zuständigen Landesräte forderten in Schreiben an die Deutsche Bahn Anpassungen.
Die DB Netz AG beabsichtige, die Korridorstrecke zwischen Salzburg und Kufstein an insgesamt neun Wochenenden im März und April zu sperren. Über diese Strecke verbinden jedoch rund 30 Fernverkehrszüge täglich Vorarlberg und Tirol mit dem restlichen Österreich. Zudem sei die Strecke für den internationalen Fernverkehr, etwa die Direktverbindung Zürich - Wien, von großer Wichtigkeit, betonten Tirols Landesrat Rene Zumtobel (SPÖ) und sein Vorarlberger Amtskollege Daniel Zadra (Grüne) in ihren Briefen. Gerade an reisestarken Wochenenden zu Palmsonntag, zu Ostern und um den Staatsfeiertag am 1. Mai seien „massive Auswirkungen auf zehntausende Fahrgäste im Fernverkehr zu erwarten“, so Zadra.
Angebotsreduktion befürchtet
Zumtobel befürchtet wegen der Angebotsreduktion und der längeren Bahnfahrt zudem eine Verkehrsverlagerung auf die Straße. Die Züge der Westbahn könnten gar nicht verkehren, jene der ÖBB nur mittels Umleitung über Zell am See. An den betreffenden Tagen würden zudem 70 Prozent der Züge von und nach München entfallen. Die Vorgehensweise der DB „lässt die Bedürfnisse der österreichischen sowie der internationalen Fernverkehrsreisenden außer Acht. Anders ist es nicht zu erklären, dass an den aufkommenstärksten Reisewochenenden des Jahres der Verkehr über die Korridorstrecke komplett eingestellt wird“, kritisierte Zumtobel.
Die Bauarbeiten müssten daher so abgewickelt werden, dass die Auswirkungen für die Bahnkunden so gering wie möglich seien. „Bitte nochmals auf Herz und Nieren prüfen, Danke“, schrieb Zadra an den DB Netz-Vorstand. Es müsse Ziel sein, den Verkehr durch eine geänderte Baustellen-Planung weniger stark einzuschränken. Zumindest während der aufkommenstärksten Reisenwochenenden sollte der Verkehr aufrecht erhalten werden. Auch Zumtobel bat um eine „geänderte Ablaufplanung“ im Sinne einer bahnkunden- und klimafreundlichen Lösung.
Bitte nochmals auf Herz und Nieren prüfen, Danke!
Vorarlbergs Landesrat Daniel Zadra (Grüne)
Auch ÖBB bemüht um Optimierung der Bauzeiten
Seitens der ÖBB hieß es zur APA, die Strecke liege in der Hoheit der Deutschen Bahn. Man habe grundsätzlich Verständnis für Sanierungsarbeiten. Zugleich betonten die ÖBB, es handle sich um einen sehr wichtigen Korridor, der Ost- und Westösterreich kürzestmöglich verbinde. Bei einer Sperre müsse der Zugverkehr innerösterreichisch über Zell am See umgeleitet werden, was für die Fahrgäste eine 80 bis 90 Minuten längere Fahrt bedeute. Betroffen seien unterschiedlich viele Züge, zum Teil alle, an sämtlichen Wochenenden im März und April. Man stehe in Kontakt mit der DB und bemühe sich um eine Optimierung der Bauzeiten im Sinne der Fahrgäste. Zudem werde man einen Ersatzverkehr mit Bussen anbieten.
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