Hartberg-Goalie Swete

„Ich wollte aus dem goldenen Käfig ausbrechen“

Steiermark
14.01.2023 08:00

Völlig überraschend beendete Hartberg-Kapitän René Swete seine aktive Karriere. Im „Krone“-Interview sprach der 32-Jährige über die Gründe, seine Nachfolge und die Zukunft.

„Krone“: René, du hast völlig unerwartet als Kapitän, Stammtorhüter und Gesicht von Bundesligist Hartberg deinen Rücktritt vom aktiven Fußball bekanntgegeben. Du hättest noch einen langfristigen Vertrag gehabt, es gab keinen Streit, du bist nicht verletzt und erst 32 Jahre alt. Warum dieser Schritt?
René Swete:
 Für viele ist es ein überraschender und mutiger Schritt. Für mich war diese Entscheidung aber ein längerer Prozess. Ich habe schon eine Zeit lang das Verlangen, etwas anderes zu machen. Ich liebe den Fußball noch immer. Aber aktiver Fußballer zu sein, ist nicht mehr meine Erfüllung.

Wann hast du die Entscheidung zum Rücktritt endgültig getroffen?
Vor Weihnachten habe ich letztlich die Entscheidung getroffen. Es war nur ein kleiner Kreis in meine Gedanken miteingebunden. Als Aktiver dreht sich alles immer nur um den Fußball, lebst du in diesem goldenen Käfig – aus dem wollte ich jetzt einfach ausbrechen. Auch mein Körper hat mir Signale gegeben. Ich war die letzten Jahre immer öfter einmal verletzt oder krank. Ich bin ein Mensch, der auf solche Signale hört.

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Ein „Weiterwurschteln“ - vielleicht über zweieinhalb Jahre - ist für mich nicht in Frage gekommen.

Rene Swete

Hartberg ist Letzter in der Bundesliga. Du bist Kapitän. Warum war ein Weitermachen trotzdem kein Thema? Trainer Markus Schopp, Präsidentin Brigitte Annerl oder Obmann Erich Korherr haben dich ja sicher zum Weitermachen animiert...
Diese Personen kennen mich sehr, sehr gut. Sie wissen, dass ich etwas nur ganz oder gar nicht mache. Ein „Weiterwurschteln“ – vielleicht über zweieinhalb Jahre – ist für mich nicht in Frage gekommen.

Wie geht es jetzt künftig weiter? Gibt es in deinem Leben einen Plan B?
Einen konkreten Plan B gibt es nicht. Aber es gibt einige Themenfelder, die mich interessieren. Ich kann mir gut vorstellen, etwas im Fußball zu machen. Vielleicht auf der Management-Ebene. Ich mache auch gerade ein Fernstudium, nehme am Bundesliga-Campus teil und werde den Trainerschein machen. Ich gebe mir jetzt aber auch selbst ein bisschen Zeit, möchte dann aber wieder voll durchstarten. Ich freue mich auf diesen neuen Lebensabschnitt.

Wie sieht es mit deiner Nachfolge im Hartberg-Tor aus? Was kannst du Hartberg mitgeben? Hast du Tipps?
Wer mir im Tor nachfolgt, ist nicht mein Kaffee. Es ist nicht meine Aufgabe, Hartberg zu erklären, wer künftig im Tor steht. Der Klub hat mit Markus Schopp als Trainer und Sportdirektor einen richtigen Leader geholt. Er wird das entscheiden und Hartberg wieder in die Erfolgsspur führen.

Ist eine Zukunft bei Hartberg in einer anderen Rolle für dich vorstellbar?
Schauen wir, was sich ergibt. Es weiß jeder, wie wichtig mir Hartberg ist. Ich habe in Hartberg alles miterlebt – von der Regionalliga bis zur Bundesliga. Ich habe den Verein kennengelernt wie nur ganz wenige Spieler die letzten Jahre. Die Weiterentwicklung dieses Vereins liegt mir sehr am Herzen. Ob ich in Zukunft etwas beitragen kann, muss letztlich der Klub entscheiden.

Was wirst du die nächsten Tage machen? Ausrasten, abschalten?
Ich werde wahrscheinlich Skifahren gehen. Auch das ist ja als aktiver Fußballer aufgrund der Verletzungsgefahr nicht so möglich. Darauf freue ich mich. Aber ich bin sicher nicht aus der Welt und werde mir auch am Freitag das Hartberg-Testspiel gegen St. Pölten ansehen.

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