Ein neuer Bericht aus der Steiermark zeigt viele Probleme auf: Gerade in der Pension droht Frauen häufig Armut. Aber das ist noch lange nicht alles.
Zehn Jahre sind vergangen, als das Land zuletzt einen Bericht zur Gleichstellung von Frauen veröffentlicht hat. Viele müssen wohl noch folgen, damit es keinen mehr braucht. Denn obwohl sich viel getan hat, zeigt der nun präsentierte aktuelle Bericht, dass noch viel Luft nach oben ist.
Jede zweite Frau in Teilzeit
„Vor allem am Arbeitsmarkt ist das Potenzial unglaublich groß“, bringt es SPÖ-Soziallandesrätin Doris Kampus auf den Punkt. Zwar ist der Unterschied bei der Erwerbstätigkeit nicht groß, jede zweite Frau arbeitet aber Teilzeit. Bei Männern tut das nur jeder neunte, die Kluft ist seit zehn Jahren recht unverändert.
Hauptgrund bei den Frauen ist nach wie vor die Kinderbetreuung und die Pflege Angehöriger - jede fünfte Frau tut Letzteres. Männern gehen meist wegen der Ausbildung in Teilzeit. Das Beschäftigungsausmaß schlägt sich dann in der Pension nieder: Frauen bekommen nach wie vor um brutto 40% weniger Pension als Männer (2010: 44%), sie sind stärker von Altersarmut betroffen.
Nur 427 Anträge auf Pensionssplitting
Das Pensionssplitting (der Partner tritt Pensionsansprüche ab) wird kaum angenommen: Von 2010 bis 2021 gab es lediglich 427 Anträge. Weil die finanzielle Abhängigkeit groß ist, gehen 30 Prozent der Frauen, die von Gewalt betroffen sind, zu ihren Gefährdern zurück!
Der Bericht soll Basis für politische Entscheidungen sein, so Landesrätin Juliane Bogner-Strauß. Ein Aktionsplan soll noch folgen.
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